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2 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 2
Entstehung
Seite
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Sic tanzte gut und kochte schlecht. 85

währender Zeit die tanzende Gesellschaft das Auge durchihre gleichförmigen Schweiffungen ergötzte, wollte die FrauOber-Amtmännin durch das Urtheil des Hrn. Rittmei-sters bestärkt, ihre vorhin abgebrochene Rede gegen ihreNachbarin, die eine wohlhabende Pächwrin war, fort-setzen. Allein diese, welche sich immittelst etwas gefaßthatte, ließ ihr nicht die Zeit dazu.

Hören Sie, meine liebe Frau Ober-Amtmännin,war ihre Rede; diese Person, deren Stellung Ihnen sosehr mißfällt, tanzt freylich nicht zum besten, ob es mirgleich gut genug vorkömmt. Allein ich muß Ihnen sa-gen, sie führet jetzt den ganzen Hanshalt meines Oheims,der, nachdem er seine Frau früh verlohnen und seine Kin-der verheyralhet hat, mit ihrer Hülfe seine ganze weit-länstige Pachtung glücklich behauptet. Ehe sie zu ihmkam, mußte er alle Jahr für hundert Thaler Hollsteini-sche Butter zukaufen; und es mochte so viel eingeschlach-tet werden, als nur immer konnte: so waren, ehe einhalbes Jahr zu Ende gieng, alle Vorrathskammern leer.Der Flachs, der des Jahrs gemacht war, schien zu ver-schwinden, so wenig kam davon zu gute, und das Nn-iwugeräthe war dermaßen in der Haushaltung aufgegan-gen , daß mein Oheim, wie er seine Töchter aussteuerte,fast alles was sie uöthig hatten, kaufen mußte. Nach-dem die letzte Cousine verheyrathet war, erhielt er nocheine Rechnung für Berliner Schuh, die sich auf 80 Thlr.belief, und die sie in den beyden letzten Iahren ver-braucht hatte. So lauge diese, die insbesondre eine sehrgeschickte Tänzerin war, die Haushaltung führte, fehltees oft, wenn uuvermnthete Gäste kamen, au einem StückFleisch; und ich erinnere mich an einem Mittage bey mei-nem Oheim eine Taubensuppc, eine Taubenpastete undgebratene Tauben gegessen zu haben. Dagegen hättenSie den Vorrat!) von gangbarem und verdorbenem Putz-werke sehen sollen.- Kaum war aber die Person, wovon

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