74 Die Vortheile einer Landesuniforme,
würden bessere Würkung thun, als jetzt, >vo ein öffent-licher Betrüger sich besser kleiden darf, als der ehrlichsteMann, besonders seitdem die christliche Liebe die Stirndes Betrügers vom Brandmarke gerettet hat. Dez' Ver-stand der Reichsgefetzc, in Absicht auf Ehre und Unehre,ans ehrliche und unehrliche Leute, würde sich in seinemvollen brauchbaren Lichte zeigen; und wenn die Hnrkin-der nie ohne eine große That fürs Vaterland, zur Ehreoder zur Uniforme gelangen konnten, viele wilde Ehen inbürgerliche und christliche verwandelt werden. Aber oh-ne Einführung einer Uniform sind alle die großen Folgenfür den Gesetzgeber verlohren.
Unser Jahrhundert, das fruchtbarer in Ordensban-dern gewesen, als alle vorigen, so feit der Schöpfungverflossen sind; und nun in Frankreich auch ein Ordens-zcichen für den gemeinen wohlverdienten Soldaten aus-gefunden hat, sollte billig hierinn auch für gemeine Ver-dienste sorgen. Aber vor der Menge gelehrter Verdien-ste, kann man den verdienstvollen Landmann und Bür-ger gar nicht mehr erkennen. Vordem hatte der Fürstnur einen gelehrten Canzler; die Näthe bestunden ausMännern, welche Vernunft, Erfahrung, Redlichkeit undBesitzungen dargestellet und gebildet hatten. Diese ga-ben den Stoff, und jener den Schnitt. Jetzt muß allesmit lateinischen Männern befetzt seyn, und das hieraufgelegte Gewicht verdunkelt alles, was eine geläuterte ge-sunde Vernunft und eine langjährige Erfahrung hervor-bringt; und die Behandlung der Sachen besteht in derKunst — zu schreiben. Dies macht die Austheilung derEhrenzeichen schwer. Diese sollten nicht für gelehrteSchreiber, fondern für Männer von wahren und nützli-chen Verdiensten seyn, deren Namen in den Tagebüchernfür das Pnvatverdienst (eplwinericlos clu auf-
bewahrt zu werden verdienten.
Ich