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2 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 2
Entstehung
Seite
73
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deklamirt von einem Bürger, 7z

furo Vaterland, Eyfer zum Steuren, Fleiß zum Acker-bmi, olPrit lls ccirgs und unzählige Tugenden besitzen;er soll blos aus Geitz ein Wirth, und für eins kalte Pre-digt, fromm sey»; oder Gut und Blut aus Furcht vorwillkührlicher Strafe aufopker».

Eine solche elende Politik, welche die Griechen undRömer, die den Menschen besser kannten und nützten, alsden höchsten Grad der Unmenschlichkeit und des Unver-standes angesehen haben würden, könnte aber auf einmalin eine bessere verwandelt werden : wenn man alle vor-hin gedachte ehrbare Manner in eine Uniforme kleidete,diese zur wahren Ehrentracht machte, und die Geschichteder Kunst, den Menschen zu führen, besser benützte. DerKönig von Frankreich brauchte sodann nicht alle Jahrzwey Kanfleute zu adeln und die übrigen damit zu be-schimpfen : und nicht jeder, der einen galonirteu Rock be-zahlen könnte, würde die ganze Oekonvmie der gemeinenEhre freventlich zerstören können.

Und wie sehr würden nicht dadurch die Strafgesetzegemildert und doch kräftiger gemacht werden können? derVerlust oder das öffentliche Ausziehen der Uniforme, wür-de nach einmal festgesetztem Ehrenstaude eine schwere unddoch billigere Strafe seyu, als Landesverweisung oderein Staubbesen mit und ohne Brandmark. Man würdeden ehrenhaften Mann nicht mit dem landstüchtigen un-geehrteu vermischen, und beyde wegen eincrley Verbre-chen mit gleicher Strafe belegen können. Man würdeeine Art von Degradation in der Uniforme für Obrigkei-ten und öffentliche Diener haben, w elche'entweder nach-laßig oder bctrüglich befunden würden. Der Landmann,der sein Hofgewehr nicht im Stande hatte, oder einenStillcstand suchte, würde, wie die Juden in Rom, durcheine gelbe Cokarde am Hute nothdürftig gczüchtiget wer-den können: und die alten Urtheilsformelu, worum esnoch oft hieß: vorbehaltlich seiner Ehren,

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