Druckschrift 
2 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 2
Entstehung
Seite
67
Einzelbild herunterladen
 

Ein gutherziger Narr bessert sich nie. 67

let haben würde. Aber der Himmel soll mich bewahren,daß ich Sie nicht zu neuen Schwachheiten verleite. Esist genug, daß ich allein unglücklich bin; ich werde Muchhaben, mein Schicksal zu ertragen, so hart es auch im-mer seyn mag. Ich will mich entfernen und vor denAugen der grausamen Menschen verbergen. — Aristfühlte alles, was ein Freund fühlen kann, und halbzweifelhaft, ob sein Freund jene Klage nicht für einenKunstgriff halten würde, lieh er noch tausend Thaler undlies nicht ehender nach, als bis sein Freund solche vcnihm annahm. Und so verlohr er immer mehr und mehrvon seinem Vermögen, ohne den Ruf eines reichen undgureuManncs zu verlieren — Er hies immer Menschen-freund, wenn er gleich diesen Tittel, der ihm schon vieletaufende kostete, für den Zunamen eines Narren hielt.

Wie war aber Aristen zu helfen? Den Kopf auf sei-nen eignen Tisch gestützt, schrieb er lange Zeit Satyren,und begieng immer neue Thorheiten. Endlich aber ent-schloß er sich, diese Erzählung abdrucken zu lassen, undso oft jemand Geld von ihm begehren würde, solchesdarein zn wickeln, und es mit diesem Blatte hinzuschicken.

XI.

Die Vortheile einer allgemeinen Landesuniforme,deklamirt von einem Bürger.

dieser schrecklichen Vermischung, meine Freunde, wor-inn das Kleid überall den Mann macht, und das Geldmehr gilt, als eignerHeerd; wo die Ehre seineObrigkeitzn wählen, und zu Gesetzen und Steuren seine Bewilli-gung zu ertheilen, kaum noch erkannt wird; wo keineEhreustellen in der Kirche, keine Ehrentänze aufHochzei-

E 2 teu,