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2 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 2
Entstehung
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Die moral. VorLheile der Landplagen. 4 5

unter ihrem Fluge, und der Mensch zeigt sich als ein derGottheit würdiges Geschöpf.

Wie mancher Saame der Tugend käme vielleicht niezum keimen, und wie weniger zur Neife: wenn Nochund Unglück nicht wären? Wie vielen har der Anblicknes abgezehrten Armen ihr eignes Herz bekannt gemacht?Und wie manchen Armen hat nicht der Hunger mit Ge-fühl, Dankbarkeit und Begierde zur Arbeit beseelt, wo-von er vorhin nur schwache Anfalle hatte? Sollten nichtauch viele unsrer Landleute den Werth der Mäßigkeit undSparsamkeit besser als vorhin eingesehen, und mancheeine Menge von Sachen zu entbehren gelernt haben, wel-che ihnen sonst durchaus nothwendig schienen? Ich er-wähne jetzt nichts von dem politischen Nutzen der Land-plagen, er wird zu einer andern Betrachtung führen.

Wie nützlich, wie lehrreich, sowohl für das Herz alsden Verstand, ist also nicht die jetzige Thcurung? Die gü-tige Vorsicht scheint es mit Fleiß so geordnet zu haben,daß dergleichen wenigstens eine in jedes Menschen Alterfallen muß. Ohne diese Erwecknng würden viele einsehr dummes Leben führen. Zwar giebt sich der feinereTheil der Menschen Mühe genug, häusigere Strafen desHimmels zu verdienen, und wenn er hieran nicht genughat, sich selbst Zu quälen. Allein dessen Gefühl bedarfauch der wenigsten Erwecknngen; und der Himmelbraucht eben kein Land zu strafen, um einig? wenige Tho-reu zn züchtigen. Zu groß oder zu fühllos, um bey Snem allgemeinen Unglück zu leiden, überläßt er sie ihrermarternden Einbildung.

VI. Die