44 Die moral. Vottheile der Landplagen.
Ich gab ihm zu seiner Reise, zu seiner Erhaltung fürseine Kinder, — und nun eilte ich der heimlichen Tugendnachzudenken, welche die Roth in manchen Herzen auf?schließt. Wie groß, wie edel, dachte ich, hat sich bei)der gegenwärtigen Theurnng nicht manches Herz zeigenkönnen? Was für verborgne Quellen, der Tugend hat dieNoch nicht eröffnet! und wie vielen Dank sind wir derVorsehung nicht für diese Prüfung schuldig?
hange glückliche und wohlseile Zeiten schläfern denMenschen endlich ein; der Arme wird unerkenntlich, weilihm leicht geholfen wird, und die leichre Hülfe macht ihnnaehlaßig in seiner Arbeit. Der Philosoph spielt mit derbesten Welt, uns der Staatsmann mit eitlen Entwürfen.Bios woilü lige Leidenschaften erheben sich aus der Ruhe,und sinken nach einer leichten Befriedigung wieder dahin.Die Tugenden gehen nut den Complimenten ihren ebnenWeg ; nichts zwinget zu Empfindungen und großen Ent-schlüssen; die öffentliche Vorsorge wird schlaff, und allesgeht ff gleichgültig wohl, daß auch selbst das größte Ge-nie nur halb entwickelt wird.
Allein wenn die Roth herein bricht, wenn die GefahrHelden fordert, und ein allgemeiner Jens den Geist auf-bietet, wenn der Staat mit seinem Untergange kämpft,wenn die Gefahr desselben sich mit jedem versäumten Au-genblicke verstärkt, wenn die schrecklichste Entscheidungnur mit der größten Aufopferung abgewandt werden kann:Dann zeigt sich alles würksam und groß; der Rednerwird mächtig, das Genie übertrifft seine eigene Hoff-nungen, Much und Dauer begeistern den Freund, Herzund Hand öffnen sich mit gleicher Fertigkeil, Ausführun-gen folgen auf Entwürfe, und die Seele erstaunet überihre eignen Kräfte. Sie findet in sich unbekannte Tu-genden, erhebt sich und findet neue, und entdeckt auf ih-rer Höhe die erweiterten Kränzen ihrer Pflichten. Dievorhin in ihrer Ruhe angebeteten Größen, verschwinden
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