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2 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 2
Entstehung
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28 Der Hang zu allgemeinen Gesetzen

welchen man zwar dann und wann ans höher» Ursachenverändert hat, aber doch nicht völlig verlassen kann, ohneden Willen eines einzigen zum Gesetze für alle zu machen.Voltaire hakte nicht nöthig gehabt, die Verschiedenheitder Rechte in zween nahe gelegenen Dörfern lächerlich znfinden; er hatte dieselbe Verschiedenheit in zween untereinem Dache lebenden Familien finden können, wovondas Haupt der einen mit seiner Frau in Gemeinschaftlebt, das andre aber nicht. Wie viel taufend Rechts?fragen entstehen ans dieser einzigen Verschiedenheit, und»nüssen gegen den einen so, und gegen den andern andersentschieden werden, wofern man nicht Glaubiger um ihreForderungen, Kinder um erworbene Rechte, Mütter umihre Sicherheit bringen will? Wollte man hier sagen, eswäre besser, daß entweder alle Eheleute in Gemeinschaft,oder alle außer derselben lebten: so würde dieses eine»lnnöthige Einschränkung der Freiheit, und in vielenFällen, die man hier nicht angeben kann, höchstschädlichseyn. Durch ein allgemeines Gesetz läßt sich aber, wenneinmal die eine Hanshaltung so, und die andre anderslebt, hier gar keine Veränderung wagen, wofern mannicht eine Menge von Ungerechtigkeiten begehen will.Nicht einmal die Erbfolge läßt sich auf eiue plötzliche Artdurch ein allgemeines Recht verändern, und in eine Gleich?förmigkeit bringen, ohne sehr viele Familien in Unglückund Verwirrung zn stürzen. Verträge gelten gegen Ge-setze, und Besitz und Verjährung haben gleiche Rechtemir Verträgen, und können ohne große Ungerechtigkeitenzu begehen nicht zurückgesetzet werden.

In dem ökonomischen Fache veranlassen die Lokalum-stände noch eine grössere Verschiedenheit. Wo an einemOrte das Holz gefchonet werden muß, mag es an einemandern verschwendet werden. Wo hier die Viehtrift imHolze schädlich ist, muß sie an einem andern ans höhernUrsachen geduldet werden. Wo hier die Schweine ge-kraut-