Druckschrift 
2 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 2
Entstehung
Seite
29
Einzelbild herunterladen
 

ist der gemeinen Freyheit gefährlich. 29

krampset oder gehütet, oder auf dem Stalle gehalten wer-den müssen, können sie an einem andern ftey gehen>Wer kann hier eine Eeneralfvrst. oder Marlenordnungmachen, und verbieten oder zulassen, ohne dein Privat-Eigenthum und eines jeden Forstes oder dessen Anwohnerwahrer Nutzung zu schaden?

Zwar lobt man an einer jeden Maschine den einfachenHebel; und die größte Menge der Wirrungen ist nicht be-wundernswürdiger, als wenn sie durch die kleinste Kraft(miuiwuw) hervorgebracht wird. Allein kein vernünfti-ger Mensch wird läugnen, daß da, wo hundert tausendzusammengesetzte Hebel zugleich das Verdienst der kleinstenKraft erhalten, die Wirkungen unendlich schöner und grö-ßer sepn müssen. Ein Staat, worinn ein jeder der voll-kommensten Freyheir genießt, und das allgemeine Bestezugleich im höchsten Grad erhalten wird, ist unstreitigbesser, glücklicher und prachtiger, als ein andrer, worinndas letzte mit einer größern Aufopferung der Freyheitaufs theuerste erkauft werden muß. Jener aber wirdgewiß eine größere Mannichfaltigkeit in seinen Gesetze»haben, als dieser.

Daß bey einem Generaldepartemcnt richtige Chartenund Tabellen von allem, was zu seiner Beurtheilung ein-geschickt wird, vorhanden sepn müssen, um die Berichtedes Localbeamten deutlich verstehen, und seine Gründeprüfen zu können, ist eine Sache für sich; daß dasselbedie Geschicklichkeit, den Fleiß und die Redlichkeit des Lo-calbeamten auf das genaueste controlliren müsse, wirdauch wohl niemand in Zweifel ziehen. Allein dieses hin-dert nicht, daß nicht jeder Forst seine eigne Regeln, je-des Städtchen seine eigne Polizey, und /ede Bauerschaftihre besondern Rechte, so wie ihre besonder» Vorkheileund Bedürfnisse habc, welche ohne Gewalt unter keineallgemeine Verordnungen gezwungen werden können. Eshindert nicht, daß das Gutachten eines redlichen und ein-

sichts-