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2 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 2
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Von dem Emsiusse

zur Ordnung zurück bringen werde? Vormals war es ss,und der hohe Adel hat seineu Ursprung einer vererbtenLandhauptmannschaft zu danken; er war zur Erhaltungder Mannszucht angeordnet, und wie alles noch so gieng,wie es nach der reinen Absiebt gehen sollte, mochte einBauer aus der HauptNauuschaft, der sich dem Gesöffeergab, oder jeder schlechter und liederliche Wirth sogleichaufderStelle entweder ans dcrLandkompagnie gestoßen,oder aber auf eine andre Art gezüchtiget werden. Hatman solche Handhabungen guter Sitten und Ordnung beyLandbesitzern nützlich gefunden; um wie vielmehr wirddieselbe gegen »nangefessene Leute nöthig seyu, welchemehrere Roth und Versuchung dulden, mindre Macht undNeitzung zur Tugend haben, und so wenig an ihrer Ehreals an ihren Gütern so viel verlieren können, als achteLandbesitzer und Staatsgenossen. Es ist eine oft gemiß-brauchte Regel: man müsse die Leute drücken, um sie fleis-sig zu machen; aber die Wahrheit, fo darum liegt, bleibtallemal richtig, daß die Roth der beste Zuchtmeister, undes fehlerhaft fep, diese zu erleichtern, wann so wie beyHandarbeitern allezeit zu besorgen ist, das Wohlthun neueMüßiggänger macht. Die Forderungen der Roth sindstrenger als die Gesetze; man reißt seines Nachbarn Hansnieder, um seines zu retten; aber wehe dem Bösewicht,der das Feuer selbst anlegt, um ein Recht zn dieser Ret-tung zu erlangen, und der die Roth muthwillig verursa-chet, um deu Fleiß zu erwecken.

Es ist unstreitig hart, die Sünden der Vater an denunschuldigen Müttern und Kindern zu rächen; und wirhaben aus einer besoudcrn Menschenliebe fast alle die al-ten Gesetze gemildert, welche nur einigermaßen dahinwürkten. Aber es ist auch sehr hart, daß da, wo zwan-zig unangesessene Väter ins Zuchthans kommen, der Un-terhalt von Zwanzig Müttern mW hundert Kindern, wel-che sich ohne ihren Vater nicht ernähren können, dem

Kirch-