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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
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Romancero Letzte Gedichte.

III.

Zu Seite 97:

Er in ncru ng.

Auch der kleine Wilhelm liegt dort (auf dem Kirchhofe), und daran bin ichschuld. Wir waren Schulkameraden im FranciSkanerkloster (zu Düsseldorf) undspielten ans jener Seite desselben, wo zwischen steinernen Mauern die Dusselfließt, und ich sagte:Wilhelm, hol doch das Kätzchen, das eben hineingefallen" und lustig stieg er hinab auf das Brett, das über dem Bach lag, riß das Kätz-chen ans dem Wasser, fiel aber selbst hinein, und als man ihn herauszog, war ernaß und tot. Das Kätzchen hat noch lange Zeit gelebt."

(H. Heine'sNeisebilder".)

IV.

Zu Seite 113:

Jchuda brn HalclNs.

Das Lied, das der Levit Jehuda gesungen. ist als Prachtdiadem um derGemeinde Haupt geschlungen, als Perlenschnur hält es ibren Hals umrnngcn

Er, des Sangestcmpels Sänl' und Schaft. weilend in den Hallen derWissenschaft, der Gewaltige, der Liedcsspeerschwinger, der die Niesen desGesanges hingestreckt, ihr Sieger und Bezwinger. Seine Lieder nehmen denWeisen den Dichtermut, fast schwindet vor ihnen Assaphs und JcdnthansKraft und Glut. und der Korachiten Gesang däucht zu lang. Er drangin der Dichtkunst Speicher und Plünderte die Vorräte, und entführte die herr-lichsten Geräte. er ging hinaus und schloß das Thor, das keiner nach ihm esbetrete. Und denen, die folgen den Spuren seines Ganges, zu erlernen dieKunst seines Sanges, nicht seines Siegeswagens Staub zu erreichen gelang es.

Alle Sänger führen im Munde sein Wort, und küssen seiner Füße Ort.Denn in der künstlichen Rede Werke zeigt sich seiner Sprache Kraft und Stärke.

Mit seinen Gebeten reißt er die Herzen hin. sie überwindend in seinenLiebeslicdern mild wie der Tau, und wie feurige Kohlen zündend, und inseinen Klagetönen läßt er strömen die Wolke der Thränen, in den Briefenund Schriften, die er versaßt, ist alle Poesie eingefaßt."

(Rabbi Salomo Nb-Charisi über RabbiJehuda ben Halevy.)

Druck Uon Hesse ck Becker in Leipzig.