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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
248
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Mitleidsvoll cmS ihrer HiiheSchaun sie oft auf unser Wehe;Eine goldne Thräue fälltDaun herab auf diese Welt.

20,

Mein Tag war heiter, glücklich meine Nacht,Mir jauchzte stets mein Volk, wenn ich die LeierDer Dichtkunst schlug. Mein Lied war Lust und FeuerHat manche schöne Gluten augefacht.

Noch blüht mein Sommer, dennoch eingebrachtHab' ich die Ernte schon in meine Scheuer —

Und jetzt soll ich verlassen, was so teuer,

So lieb und teuer mir die Welt gemacht!

Der Hand entsinkt das Saitenspiel, In ScherbenZerbricht das Glas, das ich so fröhlich ebenAn meine übermüt'gen Lippen preßte,

O Gott! wie häßlich bitter ist das Sterben!

O Gott! wie süß und tranlich läßt sich lebenIn diesem tranlich süßen Erdenneste!

21.

Ich seh' im Stundenglase schonDen kargen Sand zerrinnen.

Mein Weib, du engelsüßc Person!

Mich reißt der Tod von hinnen.

Es reißt mich aus deinem Arm, mein Weib,

Da hilft kein Widerstehen,

Es reißt die Seele aus dem Leib —

Sie will vor Angst vergehen.

Er jagt sie ans dem alten Haus,

Wo sie so gerne bliebe,

Sie zittert und flattert — „Wo soll ich hinaus?"Ihr ist wie dem Floh im Siebe,

Das kann ich nicht ändern, wie sehr ich mich sträub ,Wie sehr ich mich winde und wende;

Der Mann und das Weib, die Seel' und der Leib,Sic müssen sich trennen am Ende,