Druckschrift 
3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
175
Einzelbild herunterladen
 

Letzte Gedichte.

17V

„Der eine liebt Schildkrötensuppe,Der andre Ananas,

Der dritte ißt gern FasanenMit Trüffeln von Perigord.

„Der vierte speist mir Seefisch,Der fünfte verzehrt auch Lachs,Der sechste, der frißt alles,Und trinkt noch mehr dazn,"

Die arme, arme SchwesterGing hungrig wieder nach Haus;Sie warf sich ans den StrohsackUnd seufzte tief und starb.

Wir müssen alle sterben!Des Todes Sense trifftAm End' den reichen Bruder,Wie er die Schwester traf.

Und als der reiche BruderSein Stiindlein kommen sah,Da schickt' er zum NotareUnd machte sein Testament.

Beträchtliche LegateBekam die Geistlichkeit,Die Schulnnstalten, das großeMuseum für Zoologie.

Mit edlen Summen bedachteDer große Testator zumalDie JndenbekehrungsgesellschaftUnd das Taubstummen-Institut.

Er schenkte eine GlockeDem neuen Sankt-Stephnnstnrm:Die wiegt fünfhundert CentnerUnd ist vom besten Metall.

Das ist eine große GlockeUnd läutet spät und früh;

Sie läutet zum Lob und RuhmeDes unvergeßlichen Manns.

Sie meldet mit eherner Zunge,Wieviel er Gutes gethanDer Stadt und seinen MitbürgernVon jeglicher Konfession.