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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
162
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Nomcmcero — Letzte Gedichte.

„Ans der Insel BiminiQuillt die allerliebste Quelle;

Aus dem teuren WunderbornFließt daS Wasser der Verjüngung.

„So man eine welke BlumeNetzet niit etwelchen TropfenDieses Wassers, blüht sie auf,

Und sie prangt in frischer Schöne.

„So man ein verdorrtes ReiSNetzet mit etwelchen TropfenDieses Wassers, treibt es wiederNeue Knospen, lieblich grünend.

„Trinkt ein Greis von jenem Wasser,Wird er wieder jung; das AlterWirst er von sich, wie ein KäferAbstreift seine Raupenhülle.

„Mancher Graukopf, der zum blondenJüngling sich getrunken hatte,

Schämte sich zurückzukehrenAls Gelbschnabel in die Heimat —

„Manches Mütterchen insgleichen,Die sich wieder jung geschlückert,

Wollte nicht nach Hanse gehenAls ein junges Ding von Dirnlein —

„Und die guten Leutchen bliebenImmerdar in Bimini;

Glück und Lenz hielt sie gefesseltIn dem ew'gen Jugendlande . . .

„Nach dein ew'gen Jugendlande,

Nach dem Eiland BiminiGeht mein Sehnen und Verlangen;Lebet wohl, ihr lieben Freunde!

„Alte Katze Mimili,

Alter Haushahn Kikriki,

Lebet wohl, wir kehren nie,

Nie zurück von Bimini!"

Also sang das Weib. Der RitterHorcht dem Liede scblummertrunken;Manchmal nur, als wie im Traume,Lallt er kindisch: „Bimini!"