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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
148
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Nomcmcero Letzte Gedichte.

Fragment.

Die Eule studierte Pandekten,Kanonisches Recht und die Glossa,Und als sie kam nach Welschland,Sie srng:Wo liegt Canossa?"

Die alten, matten Raben,Sie ließen die Flügel hangen,Sie sprachen:Das alte CanossaIst längstens untergegangen.

Wir möchten ein neues bauen,Doch fehlt dazu das beste:Die Marmorblöckc, die Quadern,Und die gekrönten Gäste."

Zur Notiz.

Die Philister, die Beschränkten,Diese geistig Eingeengten,

Darf man nie und nimmer necken.Aber weite, kluge HerzenWissen stets in unsren ScherzenLieb' und Freundschaft zu entdecken.

In das Album einer Dame.

Hände küssen, Hüte rucken,

Kniee beugen, Häupter bücken,

Kind, das ist nur Gaukelei,

Denn das Herz denkt nichts dabei.

Testament.

Ich mache jetzt mein Testament,

Es geht nun bald mit mir zu End'.Nur ivundre ich mich, daß nicht schon längstensMein Herz gebrochen bor Gram und Ängsten.

Du aller Frauen Huld und Zier,

Luise! ich bermache dirZwölf alte Hemden und hundert Flöhe,Und drcimalhunderttausend Flüche.

Dem guten Freund, der mit gutem RatMir immer riet und nie was tbat,

Jetzt, als Vermächtnis, rat' ich ihm selber:Nimm eine Kuh und zeuge Kälber.