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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
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Seite
108
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Romcmcero Letzte Gedichte.

Kodizill zu dem Vermächtnis:In Vergessenheit versenkenSoll der Herr eu'r Angedenken,

Er vertilge eu'r Gedächtnis.

23.

lintünt poillii.

Verlorner Posten in dem Freiheitskriege,

Hielt ich seit dreißig Jahren treulich aus.

Ich kämpfte ohne Hoffnung, daß ich siege,

Ich wußte, nie komm' ich gesund nach Hans.

Ich wachte Tag und Nacht ich könnt' nicht schlafen,Wie in dem Lagerzelt der Freunde Schar

(Auch hielt das laute Schnarchen dieser BravenMich wachi wenn ich ein bißchen schlummrig war).

In jenen Nächten hat Langweil' ergriffenMich oft, auch Furcht (nur Narren fürchten nichts)Sie zu verscheuchen, Hab' ich dann gepfiffenDie frechen Reime eineS Spottgedichts.

Ja, wachsam stand ich, das Gewehr im Arme,Und nahte irgend ein verdächt'ger Gauch,

Sv schoß ich gut und jagt' ihm eine warme,

Brühwarme Kugel in den schnöden Bauch.

Mitunter freilich mocht' es sich ereignen,

Daß solch ein schlechter Gauch gleichfalls sehr gutZu schießen wußte ach, ich kann's nicht leugnenDie Wunden klaffen es verströmt mein Blut.

Ein Posten ist vakant! Die Wunden klaffenDer eine fällt, die andern rücken nach

Doch fall' ich unbesiegt, und meine WaffenSind nicht gebrochen Nur mein Herze brach.