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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
91
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Zweites Buch. Lamentationen.

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Jetzt wohin?

Jetzt wohin? der dumme FuszWill mich gern nach Deutschland tragen;Doch es schüttelt klug das HauptMein Verstand und scheint zu sagen:

„Zwar beendigt ist der Krieg,

Doch die Kriegsgerichte blieben,lind es heißt, du habest einstViel Erschießliches geschrieben."

Das ist wahr, unangenehmWar' mir das Erschosseuwerdcn:Bin kein Held, es fehlen mirDie pathetischen Gebärden.

Gern würd' ich nach England gehn,Wären dort nicht KohlendämpfeUnd Engländer — schon ihr DuftGiebt Erbrechen mir und Krämpfe.

Manchmal kommt mir in den Sinn,Nach Amerika zu segeln,

Nach dem großen Frciheitsstall,Der bewohnt von Gleichheits-Flegeln —

Doch es ängstet mich ein Land,Wo die Menschen Tabak käuen,

Wo sie ohne König kegeln,

Wo sie ohne Spucknapf speien.

Rußland, dieses schöne Reich,Würde mir vielleicht behagen,Doch im Winter könnte ich

Dort die Knute nicht ertragen.

Traurig schau ich in die Höh',Wo viel Tausend Sterne nicken —Aber meinen eignen SternKann ich nirgends dort erblicken.

Hat am güldnen LabyrinthSich vielleicht verirrt am Himmel,Wie ich selber mich verirrt

In dem irdischen Getümmel. —

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