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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
70
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Romanccro — Letzte Gedichte.

„Blaue Augen, deren SchmelzBlendend wie ein Edelstein, —

Aber auch der stieren HärteEines Edelsteins teilhaftig.

„Seine Haare waren schwarz,Bläulich schwarz, van seltnem Glänze,Und in üppig schönen LockenAuf die Schulter niederfallend.

„In der schonen Stadt Coimbra,Die er abgewann den Mohren,

Sah ich ihn zum letzten MaleLebend — unglückseliger Prinz!

„Eben kam er vom Alkanzor,

Durch die engen Straßen reitend:Manche junge Mohrin lauschteHinterin Gitter ihres Fensters.

„Seines Hauptes Helmbusch wehteFrei galant, jedoch des MantelsStrenges Calatrava-KrenzScheuchte jeden Buhlgedankcn.

„Ihm zur Seite, freudewedelud,Sprang sein Liebling, Allan hieß er,Eine Bestie stolzer Rasse,

Deren Heimat die Sierra.

„Trotz der Ungeheuern Größe,War er wie ein Reh gelenkig,

Nobel war des Kopfes Bildung,

Ob sie gleich dem Fuchse ähnlich.

„Schireeweiß und so weich wie SeideFlockten lang herab die Haare;Mit Rubinen inkrustieretWar das breite goldne Halsband.

„Dieses Halsband, sagt man, bargEinen Talisman der Treue;

Niemals wich er von der SeiteSeines Herrn, der treue Hnud.

„O der schauerlicheil Treue!Mir erbebet das Gemüte,

Denk" ich dran, wie sie sich hierOffenbart vor unfern Augen.