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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
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54
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Romanccro — Letzte Gedichte.

Leicht gelang's hineinzukommenEinst durch List dem klugen Cortcz,Doch die Rückkehr nach dem FestlandBot fatale Schwierigkeiten.

Mexiko, die Jnselstadt^

Liegt in einem großen See;

In der Mitte, flutumranscht,

Eine stolze Wasserfestnng,

Mit dem Ufcrland verkehrendNur durch Schiffe, Floße, Brücken,Die auf Riesenpfnhlen ruhen;

Kleine Inseln bilden Furten.

Noch bevor die Sonne aufging,Setzten sich in Marsch die Spanier:Keine Trommel ward gcrühret,

Kein Trompeter blies Rcveillc.

Wollten ihre Wirte nichtAns dem süßen Schlafe wecken —(Hunderttausend IndianerLagerten in Mexiko.)

Doch der Spanier machte diesmalOhne seinen Wirt die Rechnung;

Noch frnhzcit'ger aufgestandenWaren heut die Mexikaner.

Auf den Brücken, auf den Flößen,Auf den Furten harrten sie,

Um den AbschiedStrnnk alldortcnIhren Gästen zu kredenzen.

Ans den Brücken, Flößen, FurlcuHei! da gab's ein toll Gelage!

Rot in Strömen floß das Blut,Und die kecken Zecher rangen —

Rangen Leib an Leib gepreßt,llnd wir sehn auf mancher nacktenJndianerbrnst den AbdruckSpan'scher Rüstungsarabesken.

Ein Erdrosseln war's, ein Würgen,Ein Gemetzel, das sich langsam,Schaurig langsam, weiter wälzte,

Uber Brücken, Flöße, Furten.