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3 (1898) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
50
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Nomancero — Letzte Gedichte.

Neckend, prickelnd, leidenschaftlich —Und mein grübelnder GeruchsinnQuält sich ab: Wo Hab' ich dennJe dergleichen schon gerochen?

War's vielleicht ans Regentstreet,In den sonnig gelben ArmenJener schlanken Javanesin,

Die beständig Blumen kaute?

Oder war's zu Rotterdam,

Neben der EraSmi Bildsäul',

In der weißen WaffelbudcMit geheimnisvollem Vorhang?

Während ich die neue WeltSolcher Art verdutzt betrachte,

Schein' ich selbst ihr einzuflößenNoch viel größre Scheu — Ein Affe,

Der erschreckt ins Buschwerk forthuscht,Schlägt ein Kreuz bei meinem Anblick,Angstvoll rufend: „Ein Gespenst!Ein Gespenst der alten Welt!"

Affe, furcht dich nicht, ich binKein Gespenst, ich bin kein Spuk;

Leben kocht in meinen Adern,

Bin des Lebens treuster Sohn.

Doch durch jahrelangen UmgangMit den Toten nahm ich anDer Verstorbenen ManierenUnd geheime Seltsamkeiten.

Meine schönsten Lebensjahre,Die verbracht' ich im Kyffhänser.

Auch im VenuSbcrg nud andernKatakomben der Nomantik.

Furcht dich nicht vor mir, mein Affe!Bin dir hold, denn auf dem haarlosLedern abgeschabten HinternTrägst du Farben, die ich liebe.

Teure Farben! Schwarz-rot-gvldgelbDiese Affenstcißcvuleuren,

Sie erinnern mich mit WehmutAn das Banner Barbarossas.