Erstes Buch. Historien.
Als des Königs liebste KcbsiuSolche harte Rede hörte,
Stürzte sie ans ihrer SänfteUnd umhalste den Gebieter.
„Bvabdil el Chico," sprach sie,„Tröste dich, mein Heißgeliebter,Aus dem Abgrund deines ElendsBlüht hervor ein schöner Lorbeer.
„Nicht allein den Triumphator,Nicht allein der sieggekrönteGünstling jener blinden Göttin,
Auch der blut'ge Sohn des Unglücks,
„Auch der hcldenmüt'ge Kämpfer,Der dem ungeheuren SchicksalUnterlag, wird ewig lebenIn der Menschen Angedenken."
„Berg des letzten Mohrenscufzers"Heißt bis auf den heut'gen TagJene Höhe, wo der KönigSah zum letztenmal Granada.
Lieblich hat die Zeit erfülletSeiner Liebsten Prophezeiung,
Und des Mvhrcnkönigs NameWard verherrlicht und gefeiert.
Nimmer wird sein Ruhm verhallen,Ehe nicht die letzte SaiteSchnarrend losspringt von der letztenAndalusischen Guitarre.
Gcvffroh sti>idick und Melisnnde von Tripoli.
In dem Schlosse Blähe erblickt manDie Tapete an den Wänden,
So die Gräfin TripolisEinst gestickt mit klugen Händen.
Ihre ganze Seele stickteSie hinein, und LiebesthräncHat gefeit das seidne Bildwerk,
Welches darstellt jene Scenc:
Wie die Gräfin den RudelSterbend sah am Strande liegen,
Und das Urbild ihrer SehnsuchtGleich erkannt in seinen Zügen.