Druckschrift 
Ueber die Bestimmung der geographischen Länge durch Sternschnuppen
Entstehung
Seite
154
Einzelbild herunterladen
 

Und wie wäre es möglich jetzt eine Theorieaufzustellen, welche die Erklärung all der ver-schiedenen Erscheinungen an diesen merkwürdigenPhänomenen in sich vereinigte? Woher die grofseleuchtende Kugel, die von Presburg bis Güttingenkann gesehen werden? oder wenn sie klein war,woher dann die aufserordentliche intensive Stärkeihres Lichts, gegen welches unser TVithe -fires *)nur wahre Trahnlampen sind? Woher ihrSchweif, der oft gröfser ist als eine Strafse von

*) Das Indische Feuer (White - firc) ist ursprünglich eine Er-findung der Indianer, die von den Engländern vervoll-kommnet wurde. Es ist eine bräunliche Masse in Büch-sen, welche oben mit geleimten Papier zugeklebt sind.In dieses wird ein Loch ge6tolsen, in das, wenn sie ange-zündet werden, der Tocht kommt. Es ist theuer und diegröfste dieser Büchsen brennt nur 2^ Minuten. SeinLicht hat eine aufserordentlicli intensive Stärke und eswird weder vom Winde noch vom Regen ausgelöscht.Bey der vorletzten Gradmessung, als die Observatoria inGreenwich und Paris mit einander verbunden wurden,wurde es zur Pointirung bey Winkelmessen und zu Sig-nalen bey Vergleichung der Pendülen gebraucht. DieFlamme hat die Grüi'se einer gemeinen Pechfackel.

Ein solches Feuer, welches U Gendre in Dunkerque»ngezündet hatte , sah Graf Cassini auf dem Cap Plane-nez in einer Entfernung von S~ d. Meile mit blol'sen Au-gen als Venus in ihrem grölsten Glanze.

Am 6ten Oktober sah Mechain zu Montlembert beybedecktem und nebliclitem Himmel und durch einen Re-gen, der von Zeit zu Zeit fiel, mit blolsen Augen das In-dianische Feuer, welches General Roy bey Ore, in einerEntfernung von 10 d. Meilen angezündet hatte.

Sternschnuppen sind beyTage lind in ungleich grüfse-ren Entfernungen sichtbar. Das Volk nennt die Stern-»clmuppen bey Tage: Kcerbrlinie.