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denn cm anderer, sondern um unsere Verehrung gegeil die Hei-ligen an Tag zn legen, welche durch heiligen Lebenswandel unsein Muster geworden sind oder uns das Wort deS Evangeliumsgepredigt haben. In Bezug auf die Bilder und Reliquien anWallfahrtsorten lehrt die Kirche,
1) daß den Bildern und Reliquien nicht etwas Göttlichesoder eine Kraft einwohne, wegen welcher sie verehrt werdensollen, auch von ihnen nichts zu erbitten oder das Vertrauenauf dieselben zn setzen sei;
2) daß von den Bischöfen Fleiß und Sorge verwendetwerden soll, damit dabei nichts Unordentliches, nichts linkischAngepaßtes, nichts Unhciliges und nichts Unehrbares erscheinenmöge. Conc. v. Tricnt, Sitzung 25.
Sind Mißbräuche eingeschlichen, so hat die Kirche dieselbenimmer mißbilligt, um der Mißbrauche willen aber alles Wall-fahrten abstellen wollen, hieße eben so viel, als um der häufigenEhescheidungen der Protestanten willen, die Ehe selbst aufheben.
82. Was ist von Klostergelübden und Klosterleben zu halte»?
Wie das Eheversprechen für die ganze Lebenszeit gegebenund angenommen werden darf, so auch das unwiderrufliche Ver-sprechen, Christo, als dem Bräutigame, zn leben und der Weltzn entfliehen. Daß aber wirklich die Welt den Menschen vonseiner Pflicht abzuziehen vermöge, sehen wir sehr oft an denen,welche ans Liebe zn Weib und Kind einen z. B. mit ansteckenderKrankheit Behafteten nicht besuchen, obwohl es ihr Beruf fordert.83. Was haben wir demnach von diesen guten Werken der Katholiken zu
halten?
Sie sind, nach dem Sinne der Kirche geübt, Mittel, dasSeelenheil zn sichern. Nicht so sehr den äußern Werken, alsvielmehr der reinen Gesinnung, woraus sie hervorgehen, schreibtdie Kirche Werth zn, so daß sie also nicht eine todtc Werkge-rcchtigkeit, sondern Heiligkeit befördert,h 84. Lehren denn die Protestanten, daß es zur Erlangung des Himmelreichesnicht nbthig sei, gute Werke zu thun?
Allerdings. Wie nach ihrer Lehre die guten Werke nichtsbeitragen können, um gerechtfertigt zn werden, so wird auch denGerechtfertigten nichts benommen, wenn sie fehlen, wenn derGlaube keine Früchte trägt. Luther schreibt: „Nun stehest dir,wie reich der Ehrist oder der Getaufte ist; denn, auch wenn erwill, kann er sein Heil nicht verlieren, so groß auch seine Sün-den sein mögen, es sei denn, er wollte nicht glauben. KeineSünde kann ihn verdammen, als der Unglaube allein." In die-ser Stelle wird klar ausgesprochen, daß neben dem Glanbennoch die größten Sünden begangen werden können, ohne daßder Christ dadurch des Himmels verlustig werde.
85. Sind unsere guten Werke in diesem Leben vollkommen?
Nein, aber so groß ist die Güte Gottes gegen unS, daß er