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Katechismus über die Unterscheidungslehren der Katholiken und Protestanten : von katholischen Pfarrgeistlichen Crefelds ; veranlaßt durch den Katecismus der Duisburger Kreis-Synode
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K

29. Wo ist nach kehre der Protestanten die wahre Kirche?

Da, wo Gottes Wort rein und lauter verkündigt, und dieSakramente nach der Einsetzung Christi verwaltet werden.

39- Was ist davon zu halten?

Jede der vielen christlichen Kirchen, die sich in wesentlichenPunkten widersprechen, behauptet von sich, daß sie Gottes Wortrein und lauter verkünde und die Sakramente nach der EinsetzungChristi verwalte; somit sind Gottes Wort und die Sakramentekeine Mittel, die wahre Kirche ausfindig zu macheu. Es müssenalso, wie auch die katholische Kirche lehrt , andere Erkenntniß-mittel sein, durch welche wir die wahre Kirche von den falschenunterscheiden können (vcrgl. Fr. 135.).

Zt. Was l-'hrt die katholische Kirche von dem Priester- und Laienstandc?

1) Christus sagte seinen Aposteln:Lehret alle Volker"(Matth. 28, 1?-. 20.H und thcilte dadurch die Kirche in dielehrende und hörende.

2) Christus sagte ferner zu den Aposteln:Was ihr ansErden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, nndAlles, was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmelgelvset sein" (Matth. 13, 18.), und theilte dadurch die Kirchein eine regierende und gehorchende.

3. Christus gab seinen Aposteln die Vollmacht, die Sakra-mente zu spenden, und das Opfer des neuen Bundes darzubrin-gen Math. 1?.; Job. 20, 23.; Matth. 26, 26. u. f. w.).Daher Priester- nnd Laicnstand.

32. Lehrt die katholische Kirche, daß die Laien nicht ohne die Priester, alsdie Vermittler der Gnade Gottes, selig werden können?

Christus ist der alleinige Mittler zwischen Gott und denMenschen, und spendet fortwährend Gnaden; da er nun aberdiese Gnaden an den Empfang bestimmter Gnadenmittel gebun-den hat, welche nur von den Priestern verwaltet werden können,so handelt der Priester, indem er diese verwaltet, nicht als Ver-mittler zwischen Gott und den Menschen, sondern als Dienerund Werkzeug des einzigen Mittlers, der da ist Christus. Die-ses lehrt auch Paulus, da er schreibt 1 Cor.), 1.:Ein Jederhalte uns für Diener Christi und Ausspender der göttlichenGeheimnisse."

Ein solches Vcrhältniß zwischen Priester und Laien kann nurLiebe, nicht aber knechtische Furcht nnd Abhängigkeit erzeugen.

33 Gab Christus allen Aposteln eine gleiche Macht?

Einem unter den Aposteln, dem Petrus nämlich, erthcilte ereinen Vorrang, welchen er keinem der andern zuerkannte.

31. Mit welchen Wo>ten übertrug er ihm denn diesen Vorrang?

Er verhieß ihm diesen Vorrang, als er sprach:Du bistPetrus, nnd auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen, unddie Pforten der .Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und dirwill ich die Schlüssel des Himmelreiches geben; Alles, was duauf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden, und