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Christenthume aber sogar Vorthcile. Eine Folge davon war,daß ans allen, selbst den höchsten, Standen des Heidcnthumsdie christliche Kirche neuen nnd häufigen Zuwachs erhielt; daßaber auch in gewissem Maße die innere Zucht nnd Sitte vonihrer ursprünglichen Strenge nachließ, nnd weltlicher Sinn,heidnische Sünden nnd Laster in die Kirche Christi ohne Schulddieser Kirche mit hinüber genommen wurden,g. Wie war zu dieser Zeit in der Kirche Christi d'c e-ehre beschaffen?
Die Kirche bewahrte das ihr anvertraute Gut, hielt fest anden ihr überlieferten Lehren; aber schon in den frühesten Zeiten,wie wir daö aus der b. Schrift ersehen, entstanden verschiedeneIrrlehren Als aber die Zahl derjenigen, die ans dem Inden-nnd Hcidenthume zur Kirche übertraten, sich häufte, zeigten sichauch die Irrlehren häufiger.
S. Wie verhielt sich denn die Kirche diesen Irrlehre» gegenüber?
Sie belehrte die irrenden Kinder mit Schonung nnd Liebe,und suchte sie zur Ablcgnng der Irrlehren nnd zur Rückkehrzum wahren Glauben zu bewegen. Waren diese aber wederdurch Belehrung noch durch die liebevollsten Ermahnungen dahinzu bringen, so wurden sie von der Kirchengcmeinschaft ausge-schlossen. So in dem ersten Jahrhundert die jüdisch-gnostischenSekten, z. B. die Nazaräer, Ebionitcn und Cerinthcr; im zweitenJahrhundert die vielen gnostischcn Sekten; im dritten Jahrhun-dert die Manichäer, dann in den folgenden Jahrhunderten dieAriancr, Pelagianer, Ncstoriancr, Entychiancr :c.tv. Konnte es dabei dennoch geschehen, daß im eisten und zwölften Jahr-hundert Irrlehren uud Mißbrauche in der Kirche sich festsetzten undsogar kirchliche Gültigkeit erhielten?
Nein; bei dieser Wachsamkeit und unter dem fortwährendenBeistände des h. Geistes geschah dieses weder im elften lindzwölften Jahrhundert, noch auch zu irgend einer andern Zeit.Allerdings hatte die Kirche von der frühesten Zeit an gegenMißbräuchc und Irrlehren zu kämpfen, zu einer Zeit weniger,zu einer andern mehr; nie hat die Kirche aber solche gutge-heißen, vielweniger sie benutzt, um die Macht ihres Ober-hauptes zu vergrößern und Ncichthümcr anzuhäufen.1l. Mit welchen Jrrlchr>rn hatte die Kirche vom zwölften bis fünfzehntenJahrhundert zu kämpfen?
Mit den Irrlchreru: Petrus Waldus, Johann Wiklef,Johann Huß.
12- Mas lehrten diese?
Sie verwarfen unter Anderem den Borrang des Papstes nnddas Ansehen der Kirche, Christi Gegenwart im H.Altarssakramcnte,die Messe, die Beichte, den Ablaß, in welchen Beziehungen sieVorkämpfer der sogenannten Reformation genannt werden kön-nen. Sic lehrten aber auch noch Anderes, z. B. daß alle Uni-versitäten und Schulen vom Hcideuthume eingeführt seien, uud