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5 (1898) Memoiren Reisebilder : 1
Entstehung
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Wer Polen, 201

lauer Bibliothek bestimmt sind, enthalten diese Bande auch viele zurHerausgabe schon fertige große, meistens historische Gedichte undDichterblüten des dreizehnten Jahrhunderts, alle durch Sach- undSpracherkläruugen, und Handschriften-Bergleichnngen gründlich be-arbeitet; hiernächst enthalten diese Bände prosaische Auflösungen voneinigen Gedichten, die größtenteils dem Sagenkreise des Königs Artusangehören, und auch die größere Lesewclt ansprechen können; fernerviele mit Scharfsinn und Umsicht entworfene Zusammenstellungen ausgedruckten und ungedruckten Denkmalen, deren Überschriften den meistenund wichtigsten Lebensverhältnissen im ganzen Mittelalter zur Be-zeichnung dienen; dann enthalten diese Bände rein geschichtliche Ur-kunden, worunter eine in den Hanptteilen vollständige Abschrift derGedenkbücher des Kaisers Maximilian I, von 14941S08, drei starkeQnartbände füllend, und eine Sammlung alter Urkunden aus spätererZeit am wichtigsten sind, weil erstere das Leben des großen Kaisersund den Geist seiner Zeit so treu beleuchten, und letztere, die mitder alten Orthographie genau abgeschrieben sind, über viele Familien-verhältnisse des österreichischen Hauses Licht verbreiten und nicht jedemzugänglich sind, dem nicht, wie dem Professor Schottky, aus besondererGunst die Archive geöffnet werden. Endlich enthalten diese Bände überanderthalbtausend Lieder aus alten verschollenen Sammlungen, ansseltenen fliegenden Blättern und aus dem Munde des Volkes nieder-geschrieben, Materialien zur Geschichte der österreichischen Dicht-kunst, dahin einschlagende Lieder und größere Gedichte, Auszügeseltener Werke, interessante mündliche Sagen, Volkssprüche, durch-gezeichnete Schriftzüge österreichischer Fürsten, eine Menge HexenProzesse in Originalaktcn, Nachrichten über Kinderleben, Sitten, Festeund Gebräuche in Österreich, und eine Menge anderer sehr wichtigerund manchmal wunderlicher Notizen, Zwar von tiefer Kenntnis desMittelalters und inniger Vertrautheit mit dem Geiste desselben zeugendie oben erwähnten sinnreichen Zusammenstellungen unter verschiedeneRubriken; aber dieses Versahren entstammt doch eigentlich den Fehl-griffen der Breslauer Schule, welcher Professor Schottky angehört.Nach meiner Ansicht geht die Erkenntnis des ganzen geistigen Lebensim Mittelalter verloren, wenn man seine einzelnen Momente in einbestimmtes Fachwerk einregistriert; wie sehr schön und bequem esauch für das größere Publikum sein mag, wenn man, wie in SchottkysZusammenstellungen meistens der Fall ist, z, B, unter der RubrikRittertum gleich alles beisammen findet, was ans Erziehung, Leben,Waffen, Festspiele und andere Angelegenheiten der Ritter Bezug hat;wenn man unter der Franenrubrik alle möglichen Dichterfragmentcund Notizen beisammen findet, die sich auf das Leben der Frauen imMittelalter beziehen; wenn dieses ebenso der Fall ist bei Jagd, Liebe,Glaube u, s, w. Über den Glanben im Mittelalter gicbt Professor