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5 (1898) Memoiren Reisebilder : 1
Entstehung
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2l)2 Über Polen.

Schvttky (bei Max in Breslau) nächstens ein Werk heraus, betitelt:Gott, Christus und Maria". In derZeitschrift siir Vergangenheitund Gegenwart", welche Professor Schotlky nächstes Jahr sbei Münkin Posen) herausgiebt, werden wir von ihm gewiß viele der schätz-barsten Aufsätze über das Mittelalter und herrliche Resultate seinerForschungen erhalten, vbschvn diese Zeitschrift auch einen großen Teilder allergegenwürtigsten Gegenwart umfassen, und zunächst einelitterarische Verbindung Ostdeutschlands mit Süd- und Westdeutsch-land bezwecken soll. Es ist dennoch sehr zu bedauern, daß dieser Ge-lehrte ans einem Platze lebt, Ivo ihm die Hilfsmittel fehlen zur Be-arbeitung und Herausgabe seiner reichen Materialicnsammlung. InPosen ist keine Bibliothek; wenigstens keine, die diesen Namen ver-diente. Ans der Allee hier, die Berliner Linden in Miniatur, wirdjetzt eine Bibliothek gebaut, und wenn sie fertig ist, mit Büchernallmählich versehen werden, und es wäre schlimm, wenn die Schottky-schcn Sammlungen so lange unbearbeitet und dem größeren Publikumunzugänglich bleiben müßten. Außerdem muß man im wirklichenDeutschland leben, wenn man mit einer Arbeit beschäftigt ist, die eingänzliches Versenken in deutschen Geist und deutsches Wesen notwendigerfordert. Den deutschen Altertumsforscher müssen deutsche Eichennmrauschen. Es ist zu befürchten, daß der heiße Enthusiasmus fürdas Deutsche sich in der snrmatischen Luft abkühle oder verflüchtige.Möge der wackere Schottky jene äußeren Anregungen nie entbehren,ohne welche keine ungewöhnliche Arbeit gedeihen kann. Es betrifftdiese eine unserer heiligsten und wichtigsten Angelegenheiten, unsereGeschichte. Das Interesse für dieselbe ist zwar jetzt nicht sonderlichrege im Volke. ES ist sogar der Fall, daß gegenwärtig das Studiumaltdeutscher Kunst- und Geschichtsdcnkmale im allgemeinen übel accre-ditiert ist; eben weil es vor mehreren Jahren als Mode getriebenwurde, weil der Schneiderpatrivtismus sich damit breit machte, undweil unberufene. Freunde ihm mehr geschadet, als die bittersten Feinde.Möge bald die Zeit kommen, wo man auch dem Mittelalter seinRecht widerfahren läßt, wo kein alberner Apostel seichter Aufklärungein Jnventarinm der Schattenpartieen des großen Gemäldes ver-fertigt, um seiner lieben Lichtzeit dadurch ein Kompliment zu machen;wo kein gelehrter Schnlkuabe Parallelen zieht zwischen dem KölnerDom und dem Pantheon, zwischen dem Nibelungenlied und derOdyssee, wo man die Mittelalter-Herrlichkeiten ans ihrem organischenZusammenhange erkennt, und nur mit sich selbst vergleicht, und daSNibelungenlied einen versifiziertcn Dom und den Kölner Dom einsteinernes Nibelungenlied nennt.