Ideen oder das Buch Lc Grand.
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Einsam stand der Ritter nach lange bei der Stntne deS Laökoon,sein Antlitz war ebenso verzerrt nnd weiß, bewußtlos entblätterte eralle Rosen des Rvseirbaums, er zerknickte sogar die jungen Knospen —der Baum hat nie wieder Blüten getragen — in der Ferne klagteeine wahnsinnige Nachtigall, die Trauerweiden flüsterten ängstlich,dumpf murmelten die kühlen Wellen der Brenta, die Nacht kaueheraufgestiegen mit ihrem Aland und ihren Sternen — ein schauerStern, der schönste von allen, fiel vvm Himmel herab.
Kapitel xix.
Vorm plsnrs?, Unclnrns?
O, mögen die Augen, die jetzt so schöne Thränen vergießen, nachlange die Welt mit ihren Strahlen erleuchten, und eine warme, liebeHand möge sie einst zudrücken in der Stunde des Todes! Ein weichesSterbekissen, Madame, ist auch eine gute Sache in der Stunde desTodeS nnd möge Ihnen alsdann nicht fehlen; und wenn das schöne,müde Haupt darauf niedersinkt und die schwarzen Lacken herabwallenüber das verbleichende Antlitz! v, dann möge Ihnen Gatt die Thränenvergelten, die für mich geflossen sind — denn ich bin selber der Ritter,für den Sic geweint haben, nnd bin selber jener irrende Ritter derLiebe, der Ritter vvm gefallenen Stern.
Vons planes?, Naclnnrs?
O, ich kenne diese Thränen! Wozu soll die längere Verstellung?Sic, Madame, sind ja selbst die schöne Frau, die schon in Godesbergso lieblich geweint hat, als ich das trübe Märchen meines Lebenserzählte—wie Perlen über Rosen, rollten die schönen Thränen überdie schönen Wangen — der Dachs schwieg, daS Abcndgcläntc vonKönigswinter verhallte, der Rhein murmelte leiser, die Nacht bedecktedie Erde mit ihrem schwarzen Mantel, und ich saß zu Ihren Füßen,Madame, und sah in die Höhe in den gestirnten Himmel — ImAnfang hielt ich Ihre Augen ebenfalls für zwei Sterne — Aber wiekann man solche schöne Augen mit Sternen verwechseln? Diese kaltenLichter des Himmels können nicht weinen über das Elend einesMenschen, der so elend ist, daß er nicht mehr weinen kann.
Und ich hatte noch besondere Gründe, diese Augen nicht zu ver-kennen — in diesen Augen wohnte die Seele der kleinen Veronika.
Ich habe nachgerechnet, Madame, Sie sind geboren just an demTage, als die kleine Veronika starb. Die Johanna in Andernachhatte mir vorausgesagt, daß ich in Godesberg die kleine Veronikawiederfinden würde — und ich habe Sie gleich wieder erkannt. —Das war ein schlechter Einfall, Madame, daß Sic damals starben,als die hübschen Spiele erst recht losgehen sollten. Seit die frommeUrsula mir gesagt: „Das thnt der Tod", ging ich allein und ernst-haft in der großen Gemäldegalerie umher, die Bilder wollten nur
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