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Ideen oder das Büch Lc Gmnd.
das bleiche lächelnde Gesichtchcn und auf die rotseidencn Naschen undrauschenden Gvldflitterchen, womit das Köpfchen und das tveiße Totcn-hemdchen verziert ivar — die frvmme Ursula hatte inich abends indas stille Zimmer geführt, und als ich die kleine Leiche, mit denLichtern und Blumen, auf dem Tische ausgestellt sah, glaubte ichanfangs, es sei ein hübsches Hciligcnbildchen van Wachs; doch balderkannte ich das liebe Antlitz, und srng lachend, warum die kleineVeronika so still sei, und die Ursula sagte: Das thnt der Tod.
Und als sie sagte: Das thnt der Tod — Doch ich will heutediese Geschichte nicht erzählen, sie würde sich zu sehr in die Längeziehen, ich müßte auch vorher von der lahmen Elster sprechen, dieauf dem Schloßplätze herumhinkte und dreihundert Jahr alt war, undich konnte ordentlich melancholisch werden, — Ich bekomme plötzlichLust, eine andere Geschichte zu erzählen, und die ist lustig, und paßtauch an diesen Ort, denn es ist die eigentliche Geschichte, die in diesemBuche vorgetragen werden sollte.
Kapitel xvm.
In der Brust des Ritters war nichts als Nacht und Schmerz.Die Dolchstiche der Verleumdung hatten ihn gut getroffen, und wieer dahinging über den Sankt Marknsplatz, war ihm zu Mute, alswollte sein Herz brechen und verbluten. Seine Füße schwankten vorMüdigkeit — das edle Wild war den ganzen Tag gehetzt worden,und eS war ein heißer Sommertag — der Schweiß lag auf seinerStirne, und als er in die Gondel stieg, seufzte er tief. Er saß gc-dankenlos in dem schwarzen Gvndelzimmer, gedankenlos schaukeltenihn die weichen Wellen, und trugen ihn den wohlbekannten Weg indie Brcnta — und als er vor dem wohlbekannten Palaste ausstieg,horte er, Signora Laura sei im Garten.
Sie stand, gelehnt an die Statue des Laokovu, neben dem rotenNoscnbanm am Ende der Terrasse, unfern von den Trauerweiden,die sich wehmütig hcrabbengcu über den vorbeiziehenden Fluß. Dastand sie lächelnd, ein wcicheS Bild der Liebe, nmdnftct von Rosen.Er aber erwachte wie aus einem schwarzen Traume, und war Plötzlich wie umgewandelt in Milde und Sehnsucht, „eoignora Laura!"— sprach er — „ich bin elend und bedrängt von Haß und Not undLüge" — und dann stockte er, und stammelte: — „aber ich liebeEuch" — und dann schoß eine freudige Thränc in sein Auge, undmit feuchten Augen und flammenden Lippen rief er: — „Sei mein,Mädchen, und liebe mich!"
Es liegt ein gchcimniSdnnklcr Schleier über dieser Stunde, keinSterblicher weiß, was Signora Laura geantwortet hat, und wennman ihren guten Engel im Himmel darvb befragt, so verhüllt er sichund seufzt und schweigt.