108 Ideen oder das Buch Lc Grand.
Könige gedungen, nm an dem Manne des Volkes hennlich abznrächen,waS das Volk einst öffentlich an einem der Ihrigen verübt hatte. —Und er war dein Gast und hatte sich gesetzt an deinen Herd —
Bis in die spätesten Zeiten werden die Knaben Frankreichs singenund sagen von der schrecklichen Gastfreundschaft des Bellcrophvn, undwenn diese Spott- und Thränenliedcr den Kanal hinüber klingen, soerröten die Wangen aller ehrsamen Briten. Einst aber wird diesesLied hinüber klingen, und es giebt kein Britannien mehr, zu Bodengeworfen ist das Volk des Stolzes. Westminsters Grabmälcr liegenzertrümmert, vergessen ist der königliche Staub, den sie verschlossen —Und Sankt Helena ist das heilige Grab, wohin die Völker des Orientsund des Occidcnts wallfahren in bnntbcwimpelten Schiffen und ihrHerz stärken durch große Erinnerung an die Thaten des weltlichenHeilands, der gelitten unter Hudson Lowe, wie es geschrieben stehtin den Evangelien Las Cafes, O'Mcara und Antvmmarchi.
Seltsam! die drei größten Widersacher des Kaisers hat schon einschreckliches Schicksal getroffen' Londonderry hat sich die Kehle ab-geschnitten, Ludwig XVIII. ist auf seinem Throne verfault, und Pro-fessor Saalfeld ist noch immer Professor in Göttingen.
Kapitel x.
Es war ein klarer, fröstelnder Herbsttag, als ein junger Menschvon studentischem Ansehen durch die Allee des Düsseldorfer Hofgartenslangsam wanderte, manchmal, wie ans kindischer Lust, das raschelndeLaub, das den Boden bedeckte, mit den Füßen auswarf, manchmalaber auch wehmütig hinaufblicktc nach den dürren Bäumen, worannur noch wenige Goldblätter hingen. Wenn er so hinaufsah, dachteer an die Worte des Glankos:
„Gleich wie Blätter im Walde, so sind die Geschlechter der Menschen;Blätter verweht zur Erde der Wind nun, andere treibt dannWieder der knospende Wald, wenn neu auflebet der Frühling:So der Menschen Geschlecht, dies wächst, und jenes verschwindet."
In früheren Tagen hatte der junge Mensch mit ganz andernGedanken an eben dieselben Baume hinaufgesehen, und er war da-mals ein Knabe und suchte Vogelnester oder Sommcrkäfer, die ihngar sehr ergötzten, wenn sie lustig dahinsummtcn, sich der hübschenWelt erfreuten, und zufrieden waren mit einem saftig grünen Blätt-chcn, mit einem Tröpfchen Tau, mit einem warmen Sonnenstrahl,und mit dem süßen Krcintcrdnft. Damals war des Knaben Herzebenso vergnügt wie die flatternden Tierchen. Jetzt aber war seinHerz alter geworden, die kleinen Sonnenstrahlen waren darin er-loschen, alle Blumen waren darin abgestorben, sogar der schöne Traumder Liebe war darin verblichen, im armen Herzen war nichts als