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5 (1898) Memoiren Reisebilder : 1
Entstehung
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102 Ideen oder das Buch Le Gmnd.

Accusativ und Dativ, Biel deutsche Sprache lernte ich vom altenNektar Schallmcyer, einem braven geistlichen Herrn, der sich meinervon Kindheit auf annahm. Aber ich lernte auch etwas der Art vondem Professor Schramm, einem Manne, der ein Buch über den ewigenFrieden geschrieben hat, und in dessen Klasse sich meine Mitbnbenam meisten rauften.

Während ich in einem Zuge fortschrieb und allerlei dabei dachte,habe ich mich unversehens in die alten Schnlgeschichten hineingeschwatzt,und ich ergreife diese Gelegenheit, um Ihnen zu zeigen, Madame,wie es nicht meine Schuld war, wenn ich von der Geographie sowenig lernte, daß ich mich späterhin nicht in der Welt znrecht zu findenwußte. Damals hatten nämlich die Franzosen alle Grenzen ver-rückt, alle Tage wurden die Länder neu illuminiert; die sonst blangewesen, wurden jetzt plötzlich grün, manche wurden sogar blutrot,die bestimmten Lehrbnchseelcn wurden so sehr vertauscht und vermischt,daß kein Teufel sie mehr erkennen konnte, die Landesprodukte ändertensich ebenfalls, Cichorien und Runkelrüben wuchsen jetzt, wo sonst nurHasen und hinterherlaufende Landjunker zu sehen waren, auch dieCharaktere der Völker änderten sich, die Deutschen wurden gelenkig,die Franzosen machten keine Komplimente mehr, die Engländer warfendas Geld nicht mehr zum Fenster hinaus, und die Vcnctianer warennicht schtau genug, unter den Fürsten gab es viel Avancement, diealten Könige bekamen neue Uniformen, neue Königtümer wurdengebacken und hatten Absatz wie frische Semmel, manche Potentatenhingegen wurden von Haus und Hof gejagt, und mußten auf andereArt ihr Brot zu verdienen suchen, und einige legten sich daher frühauf ein Handwerk, und machten z, B, Siegellack oder Madame,diese Periode hat endlich ein Ende, der Atem wollte mir ausgehenkurz und gut, in solchen Zeiten kann man es in der Geographie nichtweit bringen.

Da hat man es doch besser in der Naturgeschichte, da könnennicht so viele Veränderungen vorgehen, und da giebt es bestimmteKupferstiche von Affen, Känguruhs, ZebraS, Nashornen u, s, w. Weilmir solche Bilder im Gedächtnisse blieben, geschah es in der Folgesehr oft, daß mir manche Menschen beim ersten Anblick gleich wiealte Bekannte vorkamen.

Auch in der Mythologie ging 'es gut. Ich hatte meine liebeFreude an dem Göttergesindel, das so lustig nackt die Welt regierte.Ich glaube nicht, daß jemals ein Schulknabe im alten Rom die Haupt-artikel seines Katechismus, z, B, die Liebschaften der Venus, besserauswendig gelernt hat, als ich. Aufrichtig gestanden, da wir docheinmal die alten Götter auswendig lernen mußten, so hätten wir sieauch behalten sollen, und wir haben vielleicht nicht viel Vorteil beiunserer nenrömischen Dreigöttcrei, oder gar bei unserem jüdischen