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5 (1898) Memoiren Reisebilder : 1
Entstehung
Seite
90
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W Ideen oder baZ Buch Le Grand.

monisch vernünftig die Jlias, Plates die Schlacht bei Marathon,Moses, die mediceische Venus, der Strnßburgcr Münster, die fran-zösische Revolution, Hegel, die Dampfschiffe u, s, w, sind einzelne guteGedanken in diesem schaffenden Gottestraum aber es wird nichtlange dauern und der Gott erwacht, und reibt sich die verschlafenenAugen, und lächelt und unsere Welt ist zerronnen in Nichts, ja,sie hat nie existiert.

Gleichviel! ich lebe. Bin ich auch nur das Schattenbild in eineinTraum, so ist auch dieses besser als das kalte, schwarze, leere Nicht-sein des Todes. Das Leben ist der Güter höchstes, und daS schlimmsteÜbel ist der Tod. Mögen berlinische Gardelieutenants immerhinspötteln und es Feigheit nennen, daß der Prinz von Homburg zurück-schaudert, wenn er sein offenes Grab erblickt Heinrich Kleist hattedennoch ebensoviel Courage wie seine hochbriistigen, wvhlgeschnürtenKollegen, und er hat es leider bewiesen. Aber alle kräftige Menschenlieben das Leben. Goethes Egmont scheidet nicht gernvon derfreundlichen Gewohnheit des Daseins und Wirkens". JmmermannsEdwin hängt am Lebenwic'n Kindlein an der Mutter Brüsten",und obgleich es ihm hart ankommt, durch fremde Gnade zu leben,so fleht er dennoch um Gnade:

Weil Leben, Atmen doch das Höchste ist."

Wenn Odysseus in der Unterwelt den Achilleus als Führer toterHelden sieht, und ihn preist wegen seines Ruhmes bei den Lebendigenund seines Ansehens sogar bei den Toten, antwortet dieser:

Nicht mir rede vom Tod ein Trostwort, edler Odysseus!

Lieber ja wollt' ich das Feld als Tagelöhner bestellenEinem dürftigen Mann, ohn' Erbe und eigenen Wohlstand,Als die sämtliche Schar der geschwundenen Toten beherrschen."Ja, als der Major Duvcnt den großen Israel Löwe ans Pistolenforderte und zu ihm sagte: Wenn Sie sich nicht stellen, Herr Löwe,so sind Sie ein Hund! da antwortete dieser: Ich will lieber ein leben-diger Hund sein, als ein toter Löwe! Und er hatte recht. Ichhabe mich oft genug geschlagen, Madame, um dieses sagen zu dürfen Gottlob! ich lebe! In meinen Adern kocht das rote Leben, untermeinen Füßen zuckt die Erde, in Liebesglut umschlinge ich Bäumeund Marmorbilder, und sie werden lebendig in meiner Umarmung.Jedes Weib ist mir eine geschenkte Welt, ich schwelge in den Melodienihres Antlitzes, und mit einem einzigen Blick meines Auges kann ichmehr genießen als andere mit ihren sämtlichen Gliedmaßen zeit ihresLebens. Jeder Augenblick ist nur ja eine Unendlichkeit; ich messenicht die Zeit mit der Brabanter oder mit der kleinen HamburgerElle, und ich brauche mir von keinem Priester ein zweites Lebenversprechen zu lassen, da ich schon in diesem Leben genug erleben