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Ideen ober das Buch Le Grand.
ich erinnere mich dessen noch sehr gut, es standen daneben viel sren-dige Spielsachen von Perlmutter und Gold, eiserne Herzen an gül-denen Kettlein, Porzellantasscn mit zärtlichen Devisen, Schnupftabaks-dosen mit hübschen Bildern, z, B, die göttliche Geschichte von derSusanne, der Schwanengesang der Leda, der Nanb der Sabinerinncn,die Lukretia, das dicke Tugendmcnsch, mit dem entblößten Busen, inden sie sich den Dolch nachträglich hineinstoßt, die selige Bethmann,la, bsUg lsrroniörs, lauter lockende Gesichter — aber ich kaufte dochdie Pistolen, ohne viel zu dingen, und dann kauft' ich Kugeln, dannPulver, und dann ging ich in den Keller des Signor Unbescheiden,und ließ mir Austern und ein Glas Rheinwein vorstellen —
Essen könnt' ich nicht und trinken noch viel weniger. Die heißenTropfen fielen inS Glas, und im Glas sah ich die liebe Heimat, denblauen, heiligen Ganges, den ewig strahlenden Hiinalaya, die riesigenBananenwälder, in deren weiten Lanbgängen die klugen Elefantenund die weißen Pilger ruhig wandelten, seltsam träumerische Blumensahen mich an, heimlich mahnend, goldene Wundcrvögel jubelten wild,flimmernde Sonnenstrahlen und süßnttrrische Laute von lachendenAffen neckten mich lieblich, aus fernen Pagoden ertönten die frommenPricstcrgcbcte, und dazwischen klang die schmelzend klagende Stimmeder Snltanin von Delhi — in ihrem Tcppichgcmache rannte siestürmisch auf und nieder, sie zerriß ihren silbernen Schleier, sie stießzu Boden die schwarze Sklavin mit dein Pfancnwedel, sie weinte, sietobte, sie schrie — ich konnte sie aber nicht verstehen, der Keller desSignor Unbescheiden ist 3WU Meilen entfernt vom Harem zu Delhi,und dazu war die schöne Snltanin schon tot seit 3t)0g Jahren —und ich trank hastig den Wein, den hellen freudigen Wein, und dochwurde es in meiner Seele immer dunkler und trauriger — Ich warzum Tode verurteilt — — — — — ^ ^ .
Als ich die Kellertreppe wieder hinaufstieg, hörte ich das Nrme-sünderglöckchen läuten, die Menschenmenge wogte vorüber, ich aberstellte mich an die Ecke der Strada San Giovanni und hielt folgen-den Monolog:
In alten Märchen giebt es goldne Schlösser,
Wo Harfen klingen, schöne Jungfraun tanzen,
Und schmucke Diener blitzen, und JasminUnd Myrt' und Rosen ihren Duft verbreiten —
Und doch ein einziges EntzanbrnngSwortMacht all' die Herrlichkeit im Nu zerstieben,
Und übrig bleibt nur alter TrümmerschuttUnd krächzend Nachtgevogel und Morast,
So Hab' auch ich mit einem einzigen WorteDie ganze blühende Natur entzaubert.