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Was aber die allgemeinen deutschen Klagen über hannoverischenAdelstolz betrifft, so kann ich nicht unbedingt einstimmen. Das han-noverische Offizierkorps giebt am wenigsten Anlast zn solchen Klagen.Freilich, wie in Madagaskar nur Adlige das Recht habeil, Metzgerzn werden, so hatte früherhin der hannoverische Adel ein analogesVorrecht, da nur Adlige zum Offizierrange gelangen konnten. Seit-dem sich aber in der deutschen Legion so viele Bürgerliche ausgezeichnet,und zn Offizierstcllen emporgeschwungen, hat auch jenes üble Ge-wohnheitsrecht nachgelassen. In, das ganze Korps der deutschenLegion hat viel beigetragen zur Milderung alter Vorurteile, dieseLeute sind weit herum in der Welt gewesen, und in der Welt siehtmall viel, besonders in England, und sie haben viel gelernt, und esist eine Freude, ihnen zuzuhören, wenn sie von Portugal, Spanien,Sizilien, den ionischen Inseln, Irland und andern weiten Ländernsprechen, Ivo sie gefochten und „vieler Menschen Städte geseheil undSitten gelernet", so dast man glaubt, eine Odyssee zu hören, die leiderkeinen Homer finden wird. Auch ist unter den Offizieren dieses Korpsviel freisinnige, englische Sitte geblieben, die mit dem altherkömm-lichen hannöverischen Brauch stärker kontrastiert, als wir es im übrigenDeutschland glauben wollen, da wir gewöhnlich dem Beispiele Eng-lands viel Einwirkung auf Hannover zuschreiben. In diesem LandeHannover ficht mall nichts als Stammbäume, woran Pferde gebundensind, und vor lauter Baumen bleibt das Land obskur, und trotz allenPferden kommt es nicht weiter. Nein, durch diesen hannöverischenAdelswald drang niemals ein Sonnenstrahl britischer Freiheit, undkein britischer Freiheitston konnte jemals vernehmbar werden imwiehernden Lärm hannöverischer Rosse. Was aber ein britischerFrciheitstvn ist, habe ich erst kürzlich erfahren, indem ich im wildestenSeewctter ein englisches Schiff vorbcisegcln sah, auf dessen Verdeckmehrere Menschen standen, und Wind und Wellen fast frevelhaft trotzigüberbrüllten mit ihrem alten: Rnls, Lritaniriu, ruls tbs vuvss,Lritons nsvsr »ball bs »lavss!
Die allgemeine Klage über hannöverischen Adelstolz trifft wohlzumeist die liebe Jugend gewisser Familien, die das Land Hannoverregieren oder mittelbar zu regieren glauben. Aber auch die edleuJünglinge würden bald jene Fehler der Art oder, besser gesagt, jeneUnart ablegen, wenn sie ebenfalls etwas in der Welt herumgedräugtwürden, oder eine bessere Erziehung genössen. Man schickt sie freilichnach Göttingen, doch da hocken sie beisammen, und sprechen nur vonihren Hunden, Pferden und Ahnen, und hören wenig neuere Ge-schichte, und wenn sie auch wirklich einmal dergleichen hören, so sinddoch unterdessen ihre Sinne befangen durch den Anblick des Grafcn-tisches, der ein Wahrzeichen Güttingens, nur für hochgeborene Stu-denten bestimmt ist. Wahrlich, durch eine bessere Erziehung des jungen