52 Die Harzreise.
gehen mir vor lauter Herrlichkeit, und ich höre nur noch die flötcn-süße Stimme:
Ich bin Prinzessin Ilse,
Und wohne im Jlsenstein;
Komm mit nach meinem Schlosse,
Wir wollen selig sein.
Dein Haupt will ich benetzenMit meiner klaren Well',
Du sollst deine Schmerzen vergessen,
Du sorgenkranker Gesell!
In meinen weißen Armen,
An meiner weißen Brust,
Da sollst du liegen und träumenVon alter Märchenlust.
Ich tvill dich küssen und herzen,
Wie ich geherzt und geküßtDen lieben Kaiser Heinrich,
Der nun gestorben ist.
Es bleiben tot die Toten,
Und nur der Lebendige lebt;
Und ich bin schon und blühend,
Mein lachendes Herze bebt.
Und bleibt mein Herz dort unten,
So klingt mein krystallenes Schloß,
Es tanzen die Fräulein und Ritter,
Es jubelt der Knappentroß.
Es rauschen die seidenen Schleppen,
Es klirren die Eisenspor'n,
Die Zwerge trompeten und paukenUnd fiedeln und blasen das Horn.
Doch dich soll mein Arm umschlingen,
Wie er Kaiser Heinrich umschlang;
Ich hielt ihm zu die Ohren,
Wenn die Trompet' erklang.
Unendlich selig ist das Gefühl, wenn die Erscheinnngswelt mitunserer Gemütswelt zusammenrinnt, und grüne Bäume, Gedanken,Vögelgesang, Wehmut, Himmelsbläue, Erinnerung und Kräuterdnftsich in süßen Arabesken verschlingen. Die Frauen kennen am bestendieses Gefühl, und darum mag auch ein so holdselig ungläubigesLächeln um ihre Lippen schweben, wenn wir mit Schulstolz unserelogischen Thaten rühmen, wie wir alles so hübsch eingeteilt in objektivund subjektiv, wie wir unsere Kopfe npothekeuartig mit tausend Schub-