Die Harzrcisc, 41
hübsch lispelnd »nd seufzend, rcciticrte, Der jüngeren Dame, die keinEnglisch verstand und jene Gedichte kennen lernen wallte, einPfahl ichdie Übersetzungen meiner schönen, geistreichen Landsmännin, der Ba-ronin Elise von Hohenhausen; bei welcher Gelegenheit ich nicht er-mangelte, wie ich gegen junge Damen zu thnn Pflege, über ByronsGottlosigkeit, Lieblosigkeit, Trostlosigkeit, und der Himmel weiß wasnoch mehr, zu eifern.
Nach diesem Geschäfte ging ich noch ans dem Brocken spazieren;denn ganz dunkel wird es dort nie. Der Nebel war nicht stark undich betrachtete die Umrisse der beiden Hügel, die man den Hexenaltarund die Tenfelskanzel nennt. Ich schoß meine Pistolen ab, doch esgab kein Echo, Plötzlich aber höre ich bekannte Stimmen, und fühlemich umarmt und geküßt. Es waren meine LandSlcnte, die Güttingenvier Tage später verlassen hatten, und bedeutend erstaunt waren, michganz allein auf dem Blocksberge wieder zu finden. Da gab es einErzählen und Verwundern und Verabreden, ein Lachen und Erinnern,und im Geiste waren wir wieder in unserem gelehrten Sibirien, Ivodie Kultur so groß ist, daß die Bären in den Wirtshäusern an-gebunden werden, und die Zobel dem Jäger guten Abend wünschen.Im großen Zimmer wurde eine Abendmahlzeit gehalten. Einlanger Tisch mit zwei Reihen hungriger Studenten, Im Anfangegewöhnliches Universittttsgespräch: Duelle, Duelle und wieder Duelle,Die Gesellschaft bestand meistens anS Hallensern, und Halle wurdedaher der Hanptgcgenstand der Unterhaltung, Die Fensterscheibendes Hofrats Schütz wurden exegetisch beleuchtet. Dann erzählte man,daß die letzte Cour bei dem König von Cypern sehr glänzend gewesensei, daß er° einen natürlichen Sohn erwählt, daß er sich eine Lichten-stcinsche Prinzessin ans linke Bein antrauen lassen, daß er die Staats-maitresse abgedankt, und daß das ganze gerührte Ministerium vor-schristmäßig geweint habe. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, daßsich dieses ans Hallesche Bierwürden bezieht. Hernach kamen die zweiChinesen aufs Tapet, die sich vor zwei Jahren in Berlin sehen ließen,und jetzt in Halle zu Privatdocenten der chinesischen Ästhetik abgerichtetwerden. Nun wurden Witze gerissen. Man setzte den Fall, einDeutscher ließe sich in China für Geld sehen; und zu diesem Zweckewurde ein Anschlagzettel geschmiedet, worin die Mandarinnen Tsching-Tschang-Tschnng nnd Hi-Ha-Ho begutachteten, daß es ein echter Deut-scher sei, worin ferner seine Kunststücke aufgerechnet wurden, diehauptsächlich in Philosophieren, Tabakrnnchcn und Geduld bestanden,und worin noch schließlich bemerkt wurde, daß man um zwölf Uhr,welches die Fütternngsstunde sei, keine Hunde mitbringen dürfe, indemdiese dem armen Deutschen die besten Brocken wegzuschnappen pflegten.Ein junger Burschenschafter, der kürzlich zur Pnrifikativn inBerlin gewesen, sprach viel von dieser Stadt, aber sehr einseitig. Er