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5 (1898) Memoiren Reisebilder : 1
Entstehung
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Die Harzreise. 3ö

Kavaliere sind die Kälber.

Und sie wandeln stolz gespreizt.

Hofschauspieler sind die Bvcklein,'

Und die Bogel und die Kuh'.

Mit den Flöten, mit den Glöcklein,

Sind die Kammcrmusici.

Und das klingt und singt so lieblich,

Und so lieblich rauschen dreinWasserfall und Tannenbäume.

Und der König schlummert ein.

Unterdessen muß regieren,

Der Minister, jener Hnnd,

Dessen knurriges GebelleWiedcrhallet in der ZUmd'.

Schläfrig lallt der junge König:

„Das Regieren ist so schwer.

Ach. ich wollt', daß ich zu HanseSchon bei meiner Kön'gin wttr'l

„In den Armen meiner Kön'ginRuht mein Königshaupt so weich,

Und in ihren lieben AugenLiegt mein unermeßlich Reich!"

Wir nahmen freundschaftlich Abschied, und fröhlich stieg ich denBerg hinauf. Bald empfing mich eine Waldung himmelhoher Tannen,für die ich in jeder Hinsicht Respekt habe. Diesen Bäumen ist nämlicbdas Wachsen nicht so ganz leicht gemacht worden, und sie haben essich in der Jugend sauer werden lassen. Der Berg ist hier mit vielengroßen Granitblöckcn übersäet, und die meisten Bäume mußten mitihren Wurzeln diese Steine umranken oder sprengen, und mühsamden Boden suchen, woraus sie Nahrung schöpfen können. Hier undda liegen die Steine, gleichsam ein Thor bildend, übereinander, undoben darauf stehen die"Bäume, die nackten Wurzeln über jene SteinPforte hinziehend, und erst am Fuße derselben den Boden erfassend,so daß sie in der freien Luft zu wachsen scheinen. Und doch habensie sich zu jener gewaltigen Höhe empor geschwungen, und, mit denumklammerten Steinen wie zusammengewachsen, stehen sie fester alsihre bequemen Kollegen im zahmen Fvrstbvden deS flachen Landes.So stehen auch im Leben jene großen Männer, die durch das Uber-winden früher Hemmungen und Hindernisse sich erst recht gestärktund befestigt haben. Auf den Zweigen der Tannen kletterten EicliHörnchen und unter denselben spazierten die gelben Hirsche. Wennich solch ein liebcS, edles Tier sehe, so kann ich nicht begreifen, wie

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