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5 (1898) Memoiren Reisebilder : 1
Entstehung
Seite
29
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Die Harzrclse.

Nach einem langen Hin- nnd Herwandcrn gelangte ich nach derWohnung des Benders meines Klansthaler Freundes, übernachtetealldort, nnd erlebte folgendes schöne Gedicht:

I.

Ans dem. Berge steht die Hütte,

Wo der alte Bergmann wohnt;

Dorten rauscht die grüne Tanne,lind erglänzt der goldne Mond.

In der Hütte steht ein Lehnstnhl,

Reich geschnitzt und wunderlich,

Der darauf sitzt, der ist glücklich,lind der Glückliche bin ich!

Auf dein Schemel sitzt die Kleine,

Stützt den Arm ans meinen Schoß;

Äuglein, wie zwei blaue Sterne,

Miindlein wie die Purpurrvs'.

Und die lieben, blauen SterneSchaun mich an so himmelgroß,

Und sie legt den LilicnfingerSchalkhaft ans die Purpnrros'.

Nein, es sieht uns nicht die Mutter,

Denn sie spinnt mit großem Fleiß,

Und der Vater spielt die Zither,

Und er singt die alte Weis'.

Und die Kleine flüstert leise,

Leise, mit gedämpftem Laut;

Manches wichtige GeheimnisHat sie mir schon anvertraut.

„Aber seit die Muhme tot ist,

Köuuen wir ja nicht mehr gehnNach dem Schützenhof zu Goslar,lind dort ist es gar zu schön.

„Hier dagegen ist es einsam.

Auf der kalten BergeShöh',

Und des Winters sind wir gänzlichWie vergraben in dem Schnee.

„lind ich bin ein banges Mädchen,

Und ich fürcht' mich wie ein KindVor den bösen Bergesgcistern,

Die des Nachts geschäftig sind."