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Der Reichstag von Augsburg im Jahre 1530 und die Aeusserung des Herzogs Wilhelm von Bayern und des Bischofs Christophorus von Stadion von Augsburg, bezüglich der lutherischen Bekenntnißschrift : veranlaßt durch den Katechismus der evangelischen Kreissynode Duisburg ; eine geschichtliche Untersuchung
Entstehung
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Als man den Kaiser hierüber in Kenntniß setzte, schickte er amnennten Juli den Psalzgrafen Friedrich nebst de» beiden GrafenHojer von Mansfeld und Helfe »stein zu den Protestanten,sie zu fragen, ob ihre Confcssion alles umfaßte, was sie vorstellenzu müssen glaubten, oder ob sie ihr noch mehrere Artikel beifügenwollten? Diese Frage machte die Protestanten äußerst verlegen,und sie wußten gleich Anfangs nicht, was sie antworten sollten.Zu dieser Zeit waren abwesend die Gesandten der zwei Städte,welche die Confcssion mit unterschrieben hatten: darum erbaten sichder Sachse und die übrigen Fürsten Zeit zum Ueberlegcn. Als esnun zur Verathung kam, waren die Prediger nach reiflicher Er-wägung der Meinung, es sei wenigstens jetzt nichts mehr zuzu-setzen. Auf diesen Bericht an den Kaiser brachten die katholischenTheologen, vorzüglich Joh. Faber und Eck, die Widerlegungder augsburgischen Confession in wenigen Tagen zu Stande, worinsie zuerst bemerkten, was sie glaubten gutheißen zu können, unddann daS, was die Protestanten wider die Wahrheit und die an-genommene Lehre der Kirche behauptet hatten, durch Zeugnisse derheiligen Schrift und der heiligen Väter und durch feste Gründekräftig widerlegten, und zuletzt bündig bewiesen, daß man zwischendieser Confession und den Schriften Luthers, Melanchtons undAnderer in vielen Stücken eine ungeheure Abweichung und Unei-nigkeit finde."

Dieses Zwischenvorfallcs, der für unsere gegenwärtige Unter-suchung von einiger Bedeutung ist, erwähnen zwar S leid an,Seckendorf und einige andere protestantischen Schriftsteller nicht,aber er wird hinreichend bestätiget aus dem Gutachten Melanchtonsund Agricolas, wie der Fürsten selbst. Die Antwort der Fürstenlautet:Als uns Ew. Lieb und Ihr gestern (den 9. Juli.) zusieben Hör sStunde) Rom. Kais. Majestät, unseres allcrgnädigstenHerrn Befehl angezeigt, daß wir uns wollten vernehmen lassen,ob wir mehr Artikel anzuzeigen und zu übergeben bedacht wären,oder es bei denen, so Kaiser Majestät wir nächst in Schriftenzugestellt, wollen beruhen lassen: so zeigen Ew. Lieb und Euchmit freundlicher und günstiger Meinung an, wiewohl öffentlich ist,daß viel größer und beschwerlicher Mißbrauch die Lehre und demgeistlichen Regiment belangende, in der Kirchen sind, welche erstlichUrsache gegeben haben, nicht allein den Unfern, sondern auch viel