Druckschrift 
[Hauptbd.] (1843)
Entstehung
Seite
119
Einzelbild herunterladen
 

stellte, so wie die etwas schleppende, mit der weichenhanövcrschen Betonung verbundene Sprache, nicht geradefür ihn gewannen, in einer Zeit, wo auf äußere mili-tairischc Haltung so viel gegeben ward; so erschien erdenn, da man seinen eigentlichen Charakter nicht kannteund zu würdigen wußte, bei der Mehrzahl seiner College»und Untergebenen als ein schlaffer, seines Faches unkun-diger und ungeachtet aller theoretischen Kenntnisse, alsein unpraktischer Officicr. Es darf daher nicht befrem-den, wenn er anfanglich beinah allgemein falsch beurthciltward und ein ihm freilich untergeordneter Stabsofficicrin seiner Geringschätzung gegen ihn so weit giug, öffent-lich zu erklären, daß es keinen Untcrofficier in seinemCorps gäbe, der in dienstlicher Beziehung nicht über ihmstände; und was dergleichen gehaltlose Aeußerungen mehrwaren. Allein Niemand ahnete damals, daß der beschei-dene Mann erst beobachtete, bevor er seine Meinungsagte und kräftig einschritt, und daß der so ruhige undselbst indolent erscheinende Krieger, da wo es Noch that,mit einer Festigkeit auftreten und eine Charakterstärkeentwickeln würde, wie sie mir selten bei einem andernManne vorgekommen sind. Er verstand aber auch mitgroßer Ruhe stets auf den fraglichen Gegenstand zurück-zukommen, und ermüdete den oft ungeduldig oder selbstheftig werdenden Gegner, wie ich hiervon selbst bei meh-reren Gelegenheiten mich zu überzeugen Gelegenheit fand.Auf diese Weise wußte er selbst der so heftig sich aus-lassenden, nicht selten glänzenden Beredtsamkeit eines Nü-chel zu begegnen, sie oft zu überwältigen und für seineAnsicht zu gewinnen. Allein ungeachtet seiner Ruhe undSelbstverleugnung wäre er doch endlich cntmuthigt worden,