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4.
Köckritz.
Köckritz war, ohne vorzügliche Talente zu besitze»,ei» Mann von klarem Verstände, der Alles mit prakti-schem Sinn auffaßte und an den Maaßstab des Gemein-nützigen anlegte und folglich von abstrakten Theorieenkein Freund sei» konnte. Dagegen ließ ihn sein klarerund unbestocheuer Verstand beinah stets, wie das Sprich-wort zu sagen pflegt, den Nagel auf den Kopf treffenund anwendbaren Rath ertheilen; ohne phlegmatisch zusein, war er ruhig und leidenschaftslos und vermochten,unter so bcwandten Umstanden, nur unlautere Hand-lungen ihn in Harnisch zu setzen. Er blieb sich in seinerernsifreundlichen Haltung stets gleich und kannte den Bo-den, auf welchem er pflügte. Ein Muster der größtenOrdnung, und voller Bescheidenheit und Selbsterkennt-uiß, bot er Alles auf, den König auf seine angeblichengeringen Fähigkeiten und sonstigen guten Eigenschaftenaufmerksam zu macheu: „Lassen Eure Majestät mich in„die Linie zurücktreten", pflegte er dann oft zu sagen;„ich bin der Stellung, in welche Sie mich verfetzt haben,„nicht gewachsen, denn ich bin nur ein schlichter Officier„und kein Staatsmann". Allein Friedrich Wilhelmder Dritte ließ den treuen Freund nicht los, und ermußte allen Vortragen, sowohl in den Civil- alsMilitair-angclegcuhcite», beiwohnen, und sicherlich nicht ohneErfolg, indem er als ruhiger parteiloser Zuhörer und beiseinem klaren Verstände, sich mit dem vorgetragenen Ge-genstand leicht identificirte und dem Könige alsdann seineMeinung stets unverhohlen mittheilte.