III
Niger als wohlhabenden Eltern geboren. Referent sagt„angeblich", weil die Kirchenbücher dieses Ortes hierübernichts besagen. Leicht dürfte es ihm daher wie dem Ho-mer ergehen, wo um die Ehre dessen Geburtsorts sichbekanutlich sieben Städte stritten. Sein Vater, durchUngerechtigkeit und Chikanen in einen langwierigen Prozeßverwickelt, konnte für die Ausbildung des Sohnes wenigthun, der in die Dorfschule geschickt und zum Landwirthbestimmt ward. Doch vermochte das stille Landleben unddie Beschäftigung des erwählten Standes die Seele desJünglings nicht auszufüllen, den es gewaltsam in dieFerne und in ein bewegtes Leben hinausdrängte.
Einige Schriften über den siebenjährige» und öster-reichischen Erbfolgekrieg, die er beim Pastor des Ortsfand, besonders aber die Erzählungen eines alten kriegs-crfahrnen Unterofficicrs, der ihm Manches aus den mit-gemachten Feldzügen mittheilte, zündeten den Brennstossplötzlich, weckten den ersten Kriegsgedanken und begei-sterten ihn bis zur Schwärmerei. Einstweilen hatteScharnhorst's Vater seinen Prozeß gewonnen und dasadelige Gut Bordenau erworben, und so dnrfte derSohn sich um so unbesorgter dem neuerwählten, ihneinzig und allein ansprechenden Stande widmen. Es botsich bald eine schickliche Gelegenheit hierzu dar. DerGraf Wilhelm zu Schaumburg-Lippc-Bückebnrg,der damals im Bereiche seines Landes, zu Steinhude,ein Artillerie-Corps und eine Artillerie-Schule gebildethatte, in welcher letzteren, nächst den nenern Sprachen,Geschichte und Geographie, auch höhere Mathematik, Physikund die eigentlichen Kriegswisscnschaften gelehrt wurden,und wo Niemand ohne des Grafen eigene Prüfung auf-