105
ist hier die Rede von einem dedeutenden Gute, welches,er bei der Abtretung der beiden Markgraflhümer anBayern vom Hochftligcn König von Bayern, der ihnebenfalls seiner Freundschaft gewürdigt, erhalten hatte;denn er war arm geboren und an Entbehrungen gewöhnt,wie er es denn oft gern erzählte, daß er als Fahnen-junker taglich für seinen Mittagstisch 9 Pfennige bezahltund für 3 Pfennige Kofent getrunken habe. „Er bedürfe„für seine Person nur wenig, und da er weder Frau„noch Kinder habe" — pflegte er zu sagen — „so sei„es billig, daß er Bedürftige an seinem Ueberfluß Theil„nehmen lasse."
So edel dachte und handelte aber auch stets dieserwahrhaft hochherzige Mann, und wollte Referent nuralle ihm bekannt gewordene Züge von Wohlthätigkeit,die von ihm ausgingen, hier aufzählen, so müßte erwahrlich ein ganzes Buch schreiben; es sei ihm jedochvergönnt, hier einige Beispiele von seiner Handlungsweisefolgen zu lassen.
Als ihm der König nämlich, kurz nach seinem Re-gierungsantritt, eine bedeutende Präbende schenkte, bater denselben bei dieser Gelegenheit, noch eine Gnade hin-zuzufügen, und diese bestand in der Bitte, es ihm gnä-digst verstauen zu wollen, daß er jene ihm allergnädigstverliehene Präbende seinem Bataillons-Commandern-, derbei einer großen Familie vermögenslos war, schenken dürfe.Der König gab hierzu, vom Edelmnthe seines Freundesdurchdrungen, gern seine Einwilligung, und hielt ihndagegen nach einiger Zeit durch die Verleihung einer an-dern Präbende für das gebrachte Opfer schadlos. Alser eines Tages an der Tafel eines Freundes neben einem