cr sich dort vom frühesten Morgen bis zum Augen-blicke des Schlafengehens den Regicnmgsgeschäsien hin-gab, können nur diejenigen, die, wie Referent, damalsdas Gluck hatten, zu allen Tageszeiten um die Aller-höchste Perfon zu fein, beurthcilen. Er konnte wohlaber nicht anders handeln; denn Alles erinnerte hier anseine hohe Einsicht, an seine Besonnenheit und Weisheit;dies war aber ein Glück, denn er gewann hierdurchwiederum mehr Selbstvertrauen in feine Kräfte, einVertrauen, das er leider durch die traurigen Erlebnissedes verhängnißvollcn Jahres 1806 vollends eingebüßthatte. Zufolge dieser Erfahrungen hielt es allerdingsschwer, sein Vertrauen zu gewinnen; denn er prüfte lange,bevor er solches unbedingt schenkte; war dies aber einmalder Fall, dann gab cr sich auch rücksichtslos hin undman hatte alsdann seine Zuneigung nicht allein für immergewonnen, sondern von nun an vermochte auch keine In-sinuation, keine Vcrlaumdung, ihn in seinem Glaubenwankend zu machen.
Am 15. Marz ging der König von Breslau ansdem russischen Kaiser bis in das Dorf Spalitz bci Oelsentgegen, wo beide Monarchen auf offener Straße sichumarmten, und Tags darauf übergab der Minister Har-denberg dem französischen Gesandten die schriftliche Er-klärung: „daß Preußen nun bei sich selbst und in der„Liebe und dem Muthe seines Volkes, wie in Rußlands„großmüthiger Theilnahmc, Rath finden müsse, um seine„verlorne Unabhängigkeit zu erkämpfen und seinen künf-tigen Wohlstand zu sichern". Hierauf erfolgte derKriegsaufruf an sein Volk.