Druckschrift 
[Hauptbd.] (1843)
Entstehung
Seite
61
Einzelbild herunterladen
 

iZs

überschweuimtsu nun mit ihrem ungeheuren Heere von486,000 Mann Fußvolk und 70,000 Mann Reiterei,ohne den Troß und die Geschütze, das preußische Gebiet.Dieser Umstand war allerdings, zufolge der früher inSpanien vorgefallenen Attentate, nichts weniger als be-ruhigend und ließ bei der Hinterlist Napoleons undseiner schlauen Satrapen nichts Gutes ahnen. Die demStaate drohende Gefahr schien den König momentan zubeunruhigen und er ließ daher durch den Minister Har-denberg dem damaligen französischen Gesandten, demMarquis de St. Marfan, erklaren, wie er sich hintcr-gangcn glaube und daher gedrungen fühle, sich mit seinenTruppen durchzuschlagen, über die Oder zu gehen undsich jenseits jenes Stromes mit den übrigen Hecresabthei-lungen zu vereinigen und den Russen zur Verteidigungseines Staats die Hand zu bieten. St. Marfan, derein durchaus bewahrter rechtlicher Mann war, bot nun-mehr seine ganze Ueberredungskraft auf, um den Königvon diesem gewagten Schritte, der über sein Geschickentschieden haben würde, abzuhalten; indem er, wie ersich ausdrückte, mit seinem Kopfe dafür hafte, daß dieRatification jenes fraglichen Vertrags stündlich, ja vonAugenblick zu Augenblick eintreffen müsse. Der Königgab, wiewohl nur ungern, nach und setzte nunmehr einenTermin von nur 8 Stunden fest, wahrend welcher ersich noch gedulden wolle, traft aber wahrend dieser Fristder erwartete Courier mit der Ratification des Vertragsnicht ein, dann würde er sofort Gencralmarsch schlagenlassen und die Initiative ergreifen. Referent befand sichgerade wahrend dieser kritischen Periode bei seiner König-lichen Majestät in Höchstdesscn Palais zum Thee, woselbst