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So lakonisch auch meistens der König in seinen Re-den zu sein pflegte, so konnte er sich dennoch gehen lassen,wenn ihn der Redner oder der abgehandelte Gegenstandansprach, und da seine intellektuelle Grundlage ein natür-licher Menschenverstand war, und er diesem zufolge Allesklar zu erkennen und herauszufühlen verstand, so traf erstets das Rechte, und der Erfolg rechtfertigte alsdannmeistens die Richtigkeit seines Unheils; denn er pflegtedie Sache concrctisch aufznfassen. Er liebte dagegen einenklaren und bestimmten, von allen rednerischen Blumenentblößten Vortrag, und haßte alle Schmeichelei und alleComplimente; denn Wahrheit ging ihm über Alles, undwar ihm stets Ziel und Zweck, und daher auch Wahrheitdas einzige Mittel, sich ihm wohlgefällig zu machen. Da-gegen sah er es gern, wenn man ihm Gerechtigkeit wider-fahren ließ und ihm treue Anhänglichkeit zollte, nur mußtees alsdann offen und ohne alle Affektation geschehen';denn sein feiner Takt ließ ihn gleich auch den feinstenUebergang zur Schmeichelei wahrnehmen. Ein jedes An-streifen an eine solche trieb ihm Schamrölhe in dasGesicht, er ward dann verdrießlich und selbst moros, undman konnte es hierdurch bei ihm ans immer verderben.„Gott fürchten, recht thun, keinen Menschen scheuen,„Recht muß doch Recht bleiben und bleibt zuletzt doch„oben", war sein Wahlspruch, den er stets selbst in Aus-übung setzte. Seine Bescheidenheit grenzte an Selbstver-leugnung. Als man ihm eines Tages bemerkbar machte,wie glücklich sich die Bewohner einer neu erworbenenProvinz unter seinem Scepter fühlten, erwiederte er miteiniger Empfindlichkeit: „Ich muß mir ähnliche Bemer-kungen verbitten; denn wie können Menschen mir zu-