14
Wissenswürdiges in sich aufgenommen, und durch seinenScharfsinn so geordnet, daß ihm dies bei der Mannig-faltigkeit seiner Staatsgeschäfte ungemein zu Stakten kam.
Sein Auge war so scharf, daß er in größter Ferneauch das, Andern Unscheinbare zu entdecken vermochte,daher fiel es ihm auch leicht, auf dem Exerzierplätze, wieauf dem Schlachtfclde den geringsten Fehler und den ge-ringsten Vorgang zu bemerken, und sein Gehör war sofein, daß er zuweilen in ein, am Ende einer langen Ta-fel oder eines großen Verfammlungsfaalcs geführtes Ge-sprach einfiel, weswegen man sich in seiner Nahe hütenmußte, über Dinge zu sprechen, die er nicht hören durfte.
Für die Scharfe seines Gesichts und besonders sei-nes Gedächtnisses mögen unter andern folgende selbst er-lebte Beispiele sprechen. Als nämlich im Laufe des Jah-res 1812 ein Thcil der französischen Armee und derenVerbündete durch Berlin gegen Nußland zog, befand ichmich zufällig im Balkonzimmer des Königlichen Palaisneben Seiner Majestät, als gerade ein in weißer Uniformgekleidetes wcstphälischcs Regiment vor demselben defilirte,bei welcher Gelegenheit ein paar Soldaten dieser Truppenach dem Balkon hinaufschautcn. Kaum hatte der Königdies gewahrt, als er sich gegen mich und den ebenfalls inder Nähe stehenden dienstthuenden Adjutanten wendete, undzu diesem sagte: „So eben habe ich ein paar Leute cr-„kannt, die früher in meinem Negimente, ja selbst in„meiner Kompagnie gestanden haben, auch N.N. heißen„müssen. Gehen Sie hinunter, und wenn das Regiment„auseinandergeht, bann rufen Sie solche nur bei ihren„Namen auf und führen mir sie alsdann zu". DerAdjutant ging sofort hinunter, und da das Bataillon, in