II
„beste Herz, und besaß Verstand genug, eine gegebene„Idee ganz zu fassen. — Seine Offenheit, Ehrlichkeit,„Biederkeit und Herzensgute erwarben ihm Liebe und„Achtung Aller, die ihn umgaben. Da er nur das„Gute wollte und das Laster verabscheute, so hing er„sich gern an solche Personen, von welchen er glaubte,„daß sie so gut dachten, wie er". Späterhin laßt sichselbst Oberst von Massen dach in seinen schonungslosenMemoiren folgendermaßen über den König aus: „So„oft ich mich diesem Monarchen nähern durfte, habe„ich die Sprache der reinen Vernunft und des unum-„wölkten Urtheils zu bewundern Gelegenheit gehabt";und der selige Prinz Ludwig Ferdinand, der bei Saal-feld blieb, sagte im Jahre 1805, wo er den Krieg pre-digte, und die Monarchie an den Rand des Verderbensversetzt glaubte: „Er kenne nur einen Mann im preußischen„Staate, der durch seine Einsichten und seine Talente„denselben zu retten im Stande wäre, wenn er sich nur„selbst vertrauen wolle, und dieser sei Friedrich Wil-„hclm der Dritte".
Sein offenes und kindliches Antlitz, sein schuldlosesfrohes Gemuth, die Lebhaftigkeit seines Geistes und seineSchnelligkeit im Auffassen von Begriffen, so wie dessenSchärfe beim Vergleichen und Unterscheiden mußten ihnum so mehr allen denen, die ihn« nahe standen, schätzens-werth machen und ihm alle Herzen zuwenden, als Rache,Hochmuth und jegliche Art von Anmaßung ihm fremdwaren. Und wenn einerseits seine wahrhafte KöniglicheGestalt und seine ganze Persönlichkeit auch Ehrfurcht ge-bot, so flößten hinwiederum seine Humanität und seinegroße Gutmüthigkeit das größte Vertrauen ein, so daß