3
das hier mittheilen, was cr selbst hörte, sah und Be-mcrkenswerthe vernahm, oder was ihm auch von zuver-läßigen Autoritäten, für deren Wahrheitsliebe er sichallenfalls verbürgen kann, mitgethcilt ward. Unwahr-heit soll ihn nicht entehren und Scrvilität ihn nicht zurSchmeichelei herabwürdigen. Diese Beitrage würden un-gleich reicher ausgefallen sein, hatte Referent nicht imAugenblicke, wo cr das Vaterland auf einige Jahre ver-ließ, sein regelmäßig geführtes Tage- oder älömorcmclum-Buch, aus Furcht, daß es ihm abhanden kommen könnte,verbrannt. Vieles ist seitdem bei vorgerücktem Alter sei-nem Gedächtnisse entschwunden, oder in unsicher» Zügenin solchem zurückgeblieben, so daß cr es nunmehr nichtwagt, diese unvollkommenen Skizzen hier statt vollendeter,treuer Bilder aufzustellen.
Referent hätte aber dessen ungeachtet hier noch soManches, was mit unauslöschlichen Zügen in seinemGedächtnisse oder vielmehr in seinem Herzen eingegrabenist, hier beibringen können, hätte er nicht befürchtenmüssen, da cr hierbei betheiligt war, der Eitelkeit be-züchtigt zu werden. Er wird daher über Alles, wasihn selbst betrifft, so viel als möglich hinweggehen.
Um des vortrefflichen Herrschers Thun und Lassenjedoch besser würdigen zu können, sei es dem Referentenvergönnt, bis zu dessen Knabenalter hinaufzusteigen, weilman hieraus entnehmen wird, wie die damaligen äußernEinflüsse und seine Umgebung auf die Entwickelung seinermoralischen und intellectucllcn Eigenschaften, und folglichauf dessen ganze Individualität einwirkten. Da wo esihm zur Abrundung oder zur Ergänzung des Ganzen nö-thig schien, hat er einige aphoristische Charaktcrzügc einiger