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Heinrich Heine und Der Rabbi von Bacharach
Entstehung
Seite
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scheint Heine im Auge gehabt zu haben, trotz des Anachronismusim zweiten Capitel desRabbi", das etwa 200 Jahre später(zwischen 1480 bis 1580) spielen mag. Aber dieser Anachronismuserklärt sich aus sachlichen Gründen. Wohl fanden auch noch späterJudenverfolgungen in Bacharach statt, wie wir gleich sehen werden,aber die eben geschilderte des Jahres 1283 erschien dem Dichterbesonders charakteristisch durch den Vorwaud der Ermordung einesChristenkindes. Und ebenso charakteristisch erschien ihm anderer-seits wieder für die Schilderung der Frankfurter Judeugasse dieZeit des ausgehenden fünfzehigen Jahrhunderts, aus Gründen, dieiu der Schilderung selbst liegen. Den Vorwurf des Anachronismushatte der Dichter am wenigsten iu einer Zeit zu fürchten, in derdie Quellen der jüdischen Geschichte noch so im Argen lagen,daß man auch die wichtigsten Nachrichten nur mit Müheund auf privatem Wege erlangen konnte. Hätte Heine die Ge-schichte der Juden in Bacharach so gekannt, wie wir sie heuteauf Grund der inzwischen genau erforschten Quellen kennen, sohätte er sein historisches Gemälde mit vielen feinen und charak-teristischen Zügen ausstatten können, die den poetischen Reiz des-selben sicherlich erhöht hätten.

Ja vielleicht hätte er dann die Handlung desRabbi" ganzin die Zeit der dritten Judenverfolgung gelegt, die im Sommer1386 stattfand. Diesmal war es der Vorwnnd, daß die JudenHostien gestohlen und geschändet hätten, der eine Verfolgung gegensie hervorrief. Auch das kleine Bacharach mußte wieder seine

Zarte; der Jüngling N. Menachem, welcher an jenem Tage den Vorbeterdienstversah; der Knabe Elieser, Sohn R. Ascher's; R.Joseph, Sohn des RabbinersR. David; N. Inda, Sohn des gelehrten R. David."