Rabbi Abraham aus Bacharach und Heinrich Heine ausDüsseldorf antworten Beide darauf mit wehmüthigem Ernst:„O, ich begreife es wohl, wie der stolze Leu aus Stolz seinensürstlichen Pelz abwirft und sich in den bunten Schuppenpanzerdes Krokodils verkappt, weil es Mode ist, ein greinendes, schlaues,gefräßiges Krokodil zu sein! Was sollen erst die geringeren Thierebeginnen, wenn sich der Löwe verleugnet? Aber, hüte dich, DonIsaak, du bist nicht geschaffen für das Element des Krokodils.Das Wasser — du weißt wohl, wovon ich rede — istdein Unglück, und du wirst untergehen. Nicht imWasser ist dein Reich; die schwächste Forelle kannbesser darin gedeihen als der König des Waldes."Wie manchem stolzen Leu möchte man auch heute wieder zu-rufen: „Nicht im Wasser ist dein Reich!"
Und auf tausend Verlockungen alter und moderner Ritter wirddas tiefgekränkte Israel immer mit Frau Sara aus Bacharachantworten: „Edler Herr, wenn Ihr mein Ritter sein wollt, somüßt Ihr gegen ganze Völker kämpfen, und in diesem Kampfegibt es wenig Dank und noch weniger Ehre zu gewinnen! Undwenn Ihr gar meine Farben tragen wollt, so müßt Ihr gelbeRinge auf Euren Mantel nähen, oder eine blaugestreifte Schärpeumbinden; denn dieses sind meine Farben, die Farben meinesHauses, des Hauses, welches Israel heißt und sehr elend ist undauf den Gassen verspottet wird von den Söhnen des Glücks."
IV.
Könnte man es sich heute wohl vorstellen, daß Heinrich Heineeine Zeitlang — es war 1828 in Florenz — jeden Tag auf die